Interne Risikoanalyse
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Interne Risikoanalyse
Diese interne Risikoanalyse dient der strukturierten Identifikation, Bewertung und Steuerung wesentlicher Risiken im Zusammenhang mit der geplanten Vergabe von DGUV-V4-orientierten Prüfleistungen für elektrische Betriebsmittel. Ziel ist die frühzeitige Erkennung technischer, organisatorischer, wirtschaftlicher, vergaberechtlicher und datenschutzbezogener Risiken, damit Leistungsbeschreibung, Vertragsbedingungen, Preisblatt, Eignungsanforderungen und interne Projektprozesse belastbar aufgebaut werden können. Die Risikoanalyse ist ausschließlich für den internen Gebrauch bestimmt und bildet eine Grundlage für Vergabestrategie, Vertragsgestaltung, Budgetplanung, Qualitätsanforderungen und spätere Leistungsüberwachung.
Interne Risikoanalyse bei DGUV-Prüfungen
- Projektbezogene Ausgangslage
- Risikobewertungssystematik
- Technische Risiken
- Organisatorische Risiken
- Wirtschaftliche und vergaberechtliche Risiken
- Datenschutz- und IT-Risiken
- Risikoreduzierende Vertrags- und Vergabemaßnahmen
- Zusammenfassung und Handlungsempfehlung
- Freigabe und interne Dokumentation
Projektübersicht
| Thema | Beschreibung |
|---|---|
| Auftraggeber | [einzutragen] |
| Vergabegegenstand | DGUV-V4-orientierte Prüfleistungen für elektrische Betriebsmittel |
| Vergabeart | Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb |
| Vertragsmodell | Einheitspreisvertrag mit Mengengerüst und ergänzenden Pauschalpositionen |
| Geplante Vertragslaufzeit | [einzutragen] |
| Leistungsorte | Standorte / Gebäude / Nutzungsbereiche des Auftraggebers |
| Prüfbestand | Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel gemäß Bestandsliste und Gefährdungsbeurteilung |
| Prüfintervalle | Risikoorientiert gemäß Gefährdungsbeurteilung |
| Wesentliche Anforderungen | Prüfung, Kennzeichnung, Dokumentation, Mängelmeldung, Datenexport, Neugeräteprozess und vollständige Datenübergabe |
| Interne Platzhalter | [Vergabenummer], [Projektleitung], [Vergabestelle], [Facility Management], [Verfahrenszeitplan] |
Ziel der Risikoanalyse
Die Risikoanalyse soll sicherstellen, dass kritische Risiken frühzeitig bewertet und geeignete Gegenmaßnahmen in die Vergabe- und Vertragsunterlagen integriert werden. Besonderer Fokus liegt auf Betriebssicherheit, Nachweisfähigkeit, Vergaberechtskonformität, Datenverfügbarkeit, Qualität der Prüfleistungen sowie organisatorischer Umsetzbarkeit im laufenden Betrieb. Die Analyse ist fortzuschreiben, wenn sich Mengen, Standortstruktur, Datenlage, Vertragsmodell oder Datenschutzanforderungen ändern.
Bewertungslogik
| Bewertungskriterium | Beschreibung |
|---|---|
| Eintrittswahrscheinlichkeit | niedrig / mittel / hoch |
| Auswirkung | gering / wesentlich / kritisch |
| Risikoklasse | niedrig / mittel / hoch |
| Steuerbarkeit | gut steuerbar / teilweise steuerbar / schwer steuerbar |
| Gegenmaßnahme | organisatorisch, technisch, vertraglich oder vergaberechtlich |
| Verantwortlichkeit | [Vergabestelle], [Facility Management], [Fachbereich], [Datenschutz], [IT], [Projektleitung] |
Risiken der Leistungsausführung
| Risiko | Beschreibung | Auswirkung | Risikoklasse | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|---|
| Unvollständige Prüfungen | Räume, Bereiche oder Betriebsmittel werden nicht vollständig erfasst oder geprüft. | Sicherheits- und Haftungsrisiko, unvollständiger Nachweis | hoch | Raumweise oder bereichsweise Vollprüfung als Muss-Anforderung; Statusführung für nicht zugängliche Bereiche |
| Nicht qualifiziertes Prüfpersonal | Einsatz von Personen ohne ausreichende Befähigung oder aktuelle Regelwerkskenntnis. | Fehlerhafte Prüfergebnisse, rechtliches Risiko | hoch | Nachweis befähigter Personen, Qualifikationsprüfung, Austausch nur bei gleichwertiger Qualifikation |
| Fehlende Messwertdokumentation | Prüfergebnisse sind unvollständig, nicht messwertbasiert oder nicht prüffähig dokumentiert. | Verlust der Nachweisfähigkeit | hoch | Pflichtfelder je Prüfling, Musterprotokolle, digitale Plausibilitätsprüfung |
| Mangelhafte Prüfqualität | Unrealistische Prüfzeiten, fehlende Sichtprüfung oder fehlende Qualitätssicherung. | Sicherheitsmängel bleiben unentdeckt | hoch | Qualitätssicherungskonzept, Stichprobenrechte, Prüfung ungewöhnlich niedriger Preise |
| Falsche Prüfintervallzuordnung | Betriebsmittel werden nicht nach tatsächlicher Nutzung und Beanspruchung eingeordnet. | falsche Prüffristen, Compliance-Risiko | mittel / hoch | verbindliche Intervallmatrix auf Basis der Gefährdungsbeurteilung |
| Sondergeräte werden unzulässig mitgeprüft | Besonders geregelte Geräte werden ohne passende Normgrundlage einbezogen. | fachliches und haftungsrechtliches Risiko | mittel | klare Scope-Abgrenzung; Sondergeräte nur bei ausdrücklicher Benennung |
| Risiko | Beschreibung | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Nicht geeignete oder nicht kalibrierte Prüfmittel | Messgeräte sind nicht geeignet, nicht überwacht oder nicht nachweisbar kalibriert. | ungültige oder zweifelhafte Messergebnisse | Geräteliste, Kalibrier-/Prüfmittelnachweise, Ersatzgerätekonzept |
| Fehlende mobile Datenerfassung | Ergebnisse werden nachträglich oder unstrukturiert übertragen. | Medienbrüche, Fehler, Verzögerungen | mobile Erfassung, Pflichtfelder, QR-/Barcode-Zuordnung, Offline-/Sync-Konzept |
| Instabiles Prüfsystem | Onlinezugriff oder Datenverfügbarkeit ist eingeschränkt. | Betriebs- und Nachweisrisiko | Mindestanforderungen an Verfügbarkeit, Hosting, Rollenrechte und Datensicherung |
| Proprietäre Datenformate | Daten können am Vertragsende nicht vollständig weiterverwendet werden. | Lock-in, Verlust der Prüfhistorie | verbindlicher Export in offenen Formaten und vollständige Datenübergabe |
Betriebs- und Ablaufbezogene Risiken
| Risiko | Beschreibung | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Störung des Betriebs | Mehrfache Begehungen oder unkoordinierte Prüfungen beeinträchtigen den laufenden Betrieb. | Akzeptanzverlust, Verzögerungen | abgestimmte Prüfzeitfenster, gebündelte Durchführung, klare Vorankündigung |
| Nicht zugängliche Bereiche | Bereiche sind trotz Planung nicht zugänglich. | Rückstände, Nachtragsforderungen | keine gesonderte Wartezeit, sofern alternative Bereiche prüfbar sind; Statusliste und Nachplanung |
| Ausfall von Prüfpersonal | Termine können nicht eingehalten werden. | Verzögerung, Qualitätsrisiko | Vertretungs- und Kapazitätskonzept; Eskalationsregel |
| Verzögerte Neugeräteprüfung | Neue Geräte werden vor Prüfung genutzt. | Sicherheits- und Organisationsrisiko | fester Prüfslot; Prüfung vor Nutzung oder innerhalb definierter Frist |
| Unklare Mitwirkungspflichten | Zuständigkeiten für Zugang, Nutzerinformation oder Ersatzgeräte sind nicht eindeutig. | Ablaufstörungen | Mitwirkungspflichten und Auftragnehmerpflichten eindeutig regeln |
| Fehlende Bestandsdatenqualität | Inventarnummern, Raumdaten oder Prüfhistorien sind unvollständig. | Datenfehler, falsche Kalkulation | Initialer Datenabgleich, Pflicht zur Meldung von Abweichungen, fortschreibbare Prüfliste |
Preis- und Kalkulationsrisiken
| Risiko | Beschreibung | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Ungewöhnlich niedrige Angebote | Preise decken Prüfqualität, Personal, Dokumentation oder Koordination nicht realistisch ab. | Leistungsdefizite, Nachträge | Preisaufklärung; Prüfung von Prüfzeiten, Stundenansätzen, Nebenleistungen und Dokumentationsaufwand |
| Nicht vergleichbare Angebote | Bieter kalkulieren Nebenleistungen unterschiedlich. | verzerrte Wertung | strukturiertes Preisblatt mit Einheitspreisen und klaren Pauschalen |
| Verdeckte Zusatzkosten | Reise, Kennzeichnung, Berichte oder Datenpflege werden nachträglich geltend gemacht. | Budgetrisiko | vollständige Einpreisung aller Nebenleistungen |
| Mengenunsicherheit | Bestandsmengen und Jahresmengen sind nicht vollständig belastbar. | Kalkulations- und Abrechnungsrisiko | Mengengerüst als Bewertungsbasis festlegen; Abrechnung nach bestätigter Leistung |
| Vertragsende-Datenübergabe verursacht Zusatzkosten | Daten werden nur gegen Zusatzvergütung herausgegeben. | Lock-in und Budgetrisiko | Datenübergabe als Vertragsleistung; Zahlungs-/Einbehaltsmechanismus prüfen |
Vergaberechtliche Risiken
| Risiko | Beschreibung | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Unklare Leistungsbeschreibung | Prüfmethodik, Datenpflichten oder Schnittstellen sind nicht eindeutig. | Rügen, Nachprüfungsrisiko, unklare Angebote | technisch präzise Leistungsdefinition |
| Diskriminierende Anforderungen | Anforderungen bevorzugen bestimmte Anbieter, Produkte oder Standorte. | vergaberechtliche Angreifbarkeit | produkt- und standortneutrale Anforderungen |
| Unklare Verhandlungsgrenzen | Mindestanforderungen werden versehentlich verhandelt. | Verfahrensrisiko | nicht verhandelbare Inhalte klar festlegen |
| Fehlende Dokumentation der Wertung | Bewertung ist nicht nachvollziehbar. | Beanstandungsrisiko | Bewertungsmatrix, Einzel- und Konsolidierungswertung, Vergabevermerk |
| Unzureichende Eignungskriterien | ungeeignete Anbieter erreichen die Angebotsphase. | Leistungsrisiko | Referenzen, Qualifikationsnachweise, Personal- und Prüfmittelkapazität als Eignungsanforderungen |
Daten- und Prüfsysteme
| Risiko | Beschreibung | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Personenbezogene Daten im QR-Code | QR-Code enthält unmittelbar lesbare personenbezogene Daten. | Datenschutzrisiko | QR-Code nur als Token oder Link zu geschütztem Datensatz |
| Fehlende Zugriffskontrolle | Unberechtigte Personen können Prüfdaten einsehen oder ändern. | Datenschutz- und Integritätsrisiko | Rollen- und Rechtekonzept, Protokollierung, verschlüsselte Übertragung |
| Unklare Auftragsverarbeitung | Portalbetrieb oder Nutzerkonten führen zu personenbezogener Datenverarbeitung ohne Regelung. | DSGVO-Risiko | Auftragsverarbeitungsvereinbarung bei Bedarf; Datenschutzprüfung vor Zuschlag |
| Datenverlust bei Vertragsende | Prüfhistorien, Mängellisten oder QR-Bezüge werden nicht vollständig übergeben. | Verlust der Nachweisfähigkeit | vollständige Datenherausgabe in maschinenlesbarer Form |
| Unsichere Hosting- oder Subunternehmerstruktur | Datenverarbeitung erfolgt ohne ausreichende Transparenz. | IT- und Datenschutzrisiko | Anforderungen an Hosting, Subunternehmerkette, Datensicherung und Zugriffsschutz |
Geplante Maßnahmen
| Maßnahmenbereich | Interne Vorgabe |
|---|---|
| Qualifikation | Einsatz nur befähigter Personen mit elektrotechnischer Fachkunde und aktuellen Regelwerkskenntnissen |
| Prüfmethodik | Sichtprüfung, Messprüfung, erforderliche Funktionsprüfung, Bewertung und Dokumentation als Mindestprozess |
| Betriebsorganisation | Vorankündigung vor Prüfkampagnen; vollständige Prüfung freigegebener Bereiche; Fortsetzung in zugänglichen Bereichen |
| Neugeräteprozess | Prüfung vor Nutzung oder innerhalb definierter Frist |
| Dokumentation | Pflichtfelder, QR-/Barcode-Bezug, digitale Prüfhistorie, Mangelstatus und nächster Prüftermin |
| Datenexport | maschinenlesbare und prüffähige Exportformate; vollständige Übergabe bei Vertragsende |
| Datenschutz | keine personenbezogenen Klartextdaten im QR-Code; Rollenrechte; AVV bei personenbezogener Verarbeitung |
| Preisstruktur | Einheitspreise je Gerätegruppe, klare Pauschalen, Nebenleistungen vollständig eingepreist |
| Qualitätssteuerung | Stichproben, KPI-Berichte, Plausibilitätskontrollen und Korrekturpflichten |
Zusammenfassung und Handlungsempfehlung
Die Risikoanalyse zeigt, dass die geplante Vergabe technisch, organisatorisch und wirtschaftlich umsetzbar ist, sofern die identifizierten Risiken bereits in Vergabestrategie, Leistungsbeschreibung, Preisblatt, Vertragsentwurf und Bewertungsmatrix berücksichtigt werden. Besondere Bedeutung haben qualifizierte Prüfpersonen, vollständige Prüfdurchführung, belastbare digitale Dokumentation, klare Datenübergabe, Datenschutz im QR-/Portalsystem, realistische Preisbewertung sowie klare Regelungen zu nicht zugänglichen Bereichen und Neugeräten.
Empfohlen wird, die Leistung mit einem strukturierten Einheitspreismodell auszuschreiben, Qualitätskriterien angemessen zu gewichten und ungewöhnlich niedrige Angebote sorgfältig auf Plausibilität zu prüfen. Vor Veröffentlichung der Vergabeunterlagen sollten die Risiken mit Facility Management, Vergabestelle, Datenschutz und IT abgestimmt werden.
Freigabe und interne Dokumentation
| Thema | Information |
|---|---|
| Verantwortliche Stelle | [einzutragen] |
| Bearbeitet durch | [einzutragen] |
| Fachlich geprüft durch | [einzutragen] |
| Vergabeseitig geprüft durch | [einzutragen] |
| Datenschutz / IT geprüft durch | [einzutragen] |
| Freigabedatum | [einzutragen] |
| Versionsstand | [einzutragen] |
| Interne Ablagereferenz | [einzutragen] |
