Gerätearten bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel
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Gerätearten bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel
Für die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel in Deutschland gibt es keine abschließende amtliche Liste von Gerätearten. Rechtsverbindlich sind vielmehr die Gefährdungsbeurteilung, die Festlegung von Art, Umfang und Fristen der Prüfung sowie die Anforderung, dass Arbeitsmittel zwischen zwei Prüfungen sicher verwendet werden können. Die DGUV liefert dazu Richtwerte und Organisationshilfen, aber keine starre Universalliste. Deshalb ist die nachfolgende Tabelle als praxisfeste, normennah begründete Stammdatenvorlage zu verstehen, nicht als gesetzlich abschließende Taxonomie. Betrachtet werden Niederspannungs-Arbeitsmittel im betrieblichen Umfeld, einschließlich transportabler Geräte; ortsfeste bzw. dauerhaft fest installierte Anlagen sind nicht Hauptgegenstand. Diese Abgrenzung entspricht der DGUV-Logik, wonach ortsveränderliche Geräte während des Betriebs bewegt oder leicht umgesetzt werden können und transportable Geräte im Prüfkontext organisatorisch eng mit ihnen verwandt sind. Normativ wichtig ist außerdem die heutige Aufteilung der früher verbreiteten Sammelbezeichnung „DIN VDE 0701-0702“: Für Prüfungen nach Instandsetzung gilt DIN EN 50678 VDE 0701, für Wiederholungsprüfungen DIN EN 50699 VDE 0702. Medizinische elektrische Geräte, Lichtbogenschweißgeräte, Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen und bestimmte maschinennahe Fälle folgen teilweise eigenen Sonderregimen
Klassifizierung elektrischer Geräte im Facility Management
Legende für Intervallkürzel:
GBU = rechtlich maßgebliche Festlegung der Prüffrist aus der Gefährdungsbeurteilung; Fristen müssen so bemessen sein, dass das Arbeitsmittel bis zur nächsten Prüfung sicher verwendet werden kann. [BetrSichV § 3, § 14; TRBS 1201]
allg. DGUV-Rahmen = praxisüblicher DGUV-Richtwert für ortsveränderliche Betriebsmittel: 6 Monate, verlängerbar bei Fehlerquote < 2 %; als Ober-/Richtwerte typischerweise 1 Jahr in Werkstatt/Fertigung/Baustelle und 2 Jahre in Büros oder vergleichbaren Bereichen. [DGUV Vorschrift 3 Durchführungsanweisung, Tabelle 1B]
Baustellenrichtwert = auf Bau- und Montagestellen bewährter Richtwert 3 Monate; bei hoher Beanspruchung kürzer. Zusätzlich: Sichtkontrolle vor Benutzung, arbeitstägliche Betätigung der Prüftaste an PRCD/RCD und monatliche Wirksamkeitsprüfung nichtstationärer Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. [DGUV Information 203-006]
Gerätearten
Hinweis zur Nutzung: Die Tabelle ist für Wiederholungsprüfungen ausgelegt. Prüfverfahren sind stets bauart-, schutzklassen- und umgebungsabhängig. Das Grundmuster ist regelmäßig: Sichtprüfung → Messungen → Funktionsprüfung → Bewertung → Dokumentation. Bei Geräten mit sekundären Ausgängen, Elektronik/Filtern, RCD/PRCD, Schutzeinrichtungen oder Sonderregimen erweitert sich der Prüfumfang. Als typische Prüfmittel nennt die DGUV u. a. Geräteprüfgeräte nach VDE 0413-16, Niederohm- und Isolationsmessgeräte, Strommesszangen, Multimeter und RCD-Prüfgeräte nach VDE 0413-6.
| Geräteart | Typische Beispiele & typische Gefährdungen/Fehlerarten | Empfohlene Prüfverfahren | Empfohlene Prüfintervalle | Normen/Regelwerke & Prüfmittel |
|---|---|---|---|---|
| Bürogeräte | Drucker, Kopierer, Aktenvernichter, Laminierer; typische Fehler: gequetschte Leitungen, Stecker-/Gehäuseschäden, Wärmespuren, ungeeignete Mehrfachsteckdosen | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand oder – je nach Elektronik – Berührungs-/Ableitstrommessung; Funktionsprüfung | GBU; praxisüblich oft allg. DGUV-Rahmen | BetrSichV, TRBS 1201/1203, DGUV V3 DA, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, ggf. Zange/Multimeter |
| IT-, Kommunikations- und AV-Geräte | PCs, Monitore, Docks, Router, Switches, Beamer, aktive Lautsprecher, externe Netzteile; typische Fehler: defekte Netzteile, lose DC-Stecker, Portverschleiß, filterbedingte Ableitströme | Sichtprüfung; je nach Bauart Schutzleiterprüfung; Isolationswiderstand und/oder Berührungs-/Ableitstrom; bei sekundären Ausgängen zusätzlich Ausgangs- und Sekundärkreisprüfung; Funktionsprüfung | GBU; meist allg. DGUV-Rahmen | DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; bei Sekundärkreisen zusätzliche Messungen laut DGUV 203-070; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, Sonde, Multimeter |
| Küchengeräte, Haushalts- und Heißgeräte | Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Toaster, Mikrowellen, kleine Kochplatten; typische Fehler: Feuchte-/Dampfeintrag, thermische Alterung, Leitungs- und Zugentlastungsschäden | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; bei Heizelementen ggf. ergänzend Berührungs-/Ableitstrom; Funktionsprüfung | GBU; häufig allg. DGUV-Rahmen, bei intensiver Nutzung enger | DGUV V3 DA, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, ggf. Strommesszange |
| Reinigungsgeräte / mobile Hauswirtschaft | Staubsauger, Nass-/Trockensauger, Bodenreiniger, Dampfreiniger; typische Fehler: Feuchte, leitfähige Verschmutzung, Roll- und Gehäuseschäden, hohe Kabelbeanspruchung | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; in Feuchte-/Schmutzumgebung ergänzend Berührungs-/Ableitstrom; Funktionsprüfung | GBU; meist allg. DGUV-Rahmen, in Nass-/Schmutzbereichen enger | DGUV 203-005, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Grundprogramm |
| Elektrowerkzeuge / elektrische Handwerkzeuge | Bohrmaschinen, Winkelschleifer, Stichsägen, Fräsen, Schlagschrauber; typische Fehler: beschädigte Leitung, fehlender Knickschutz, Gehäusebruch, defekte Verriegelung, fehlende Schutzhaube | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand bzw. Berührungs-/Ableitstrom nach Bauart; Funktionsprüfung sicherheitsrelevanter Einrichtungen | GBU; Werkstatt meist allg. DGUV-Rahmen; auf Baustellen Baustellenrichtwert | DGUV V3 DA, DGUV 203-005/006, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Grundprogramm, robuste mobile Prüfgeräte sinnvoll |
| Baustellenmaschinen / transportable Maschinen | Baustellenkreissägen, Kappsägen, mobile Sägetische, transportable Aggregate; typische Fehler: Leitungs-/Gehäuseschäden, hohe mechanische Beanspruchung, defekte Verriegelungen/Not-Halt | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand bzw. Ableitstrom; Funktionsprüfung sicherheitsrelevanter Steuer- und Schutzeinrichtungen; ggf. maschinenbezogene Zusatzprüfungen | GBU; auf Baustellen regelmäßig Baustellenrichtwert | DGUV 203-006, DGUV 203-070/071, TRBS 1203; transportable Geräte werden organisatorisch wie ortsveränderliche behandelt; ggf. zusätzliche Befähigungen nötig |
| Verlängerungsleitungen, Leitungsroller, Mehrfachsteckdosen | Verlängerungen, Leitungsroller, Geräteanschlussleitungen, mobile Mehrfachsteckdosen; typische Fehler: Schnitte, Quetschungen, Abrieb, lockere Kontakte, Überhitzung, falsche Leitungsbauart | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung; Isolationswiderstand; Funktionsprüfung der Steckvorrichtungen; RCD-Test nur bei integrierter Schutzfunktion | GBU; häufig allg. DGUV-Rahmen, auf Baustellen Baustellenrichtwert | DGUV V3 DA, DGUV 203-005/006, DGUV 203-070, DIN EN 50699; Prüfmittel: Niederohm-/RIso-Messung, Geräteprüfgerät |
| Mobile Verteiler, PRCD-S, RCD-Zwischenstecker | Schutzverteiler, PRCD-S, mobile Steckdosenverteiler; typische Fehler: Auslösefehler, PE-Unterbrechung, mechanische Schäden, defekte Prüfeinrichtung | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung; Isolationswiderstand ein-/ausgangsseitig; Berührungs-/Ableitstrom; RCD-/PRCD-Test mit Prüftaste und Messgerät; Funktionsprüfung | GBU; auf Baustellen meist 3 Monate plus arbeitstägliche Prüftaste und monatliche Wirksamkeitsprüfung | DGUV 203-006, DGUV 203-070, DGUV V3 DA; Prüfmittel: Geräteprüfgerät + RCD-Prüfgerät nach VDE 0413-6 |
| Beleuchtung, Handleuchten, mobile Leuchten | Handleuchten, Baustellenleuchten, temporäre Arbeitsleuchten; typische Fehler: gebrochenes Schutzglas, fehlender Schutzkorb, Leitungsschäden, ungeeignete Schutzart | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; Funktionsprüfung; bei Kleinspannung zusätzlich Ausgangsspannung; ggf. RCD-/SELV-Konzept prüfen | GBU; innen oft allg. DGUV-Rahmen, Baustelle Baustellenrichtwert | DGUV 203-006, DGUV 203-004, DGUV 203-070, DIN EN 50699; bei erhöhter elektrischer Gefährdung gelten verschärfte Anforderungen |
| Prüf-, Mess- und Laborgeräte | Multimeter, Oszilloskope, portable Labornetzteile, Kalibratoren; typische Fehler: beschädigte Messleitungen/Sonden, Elektronik-/Filtereffekte, berührbare Ausgänge | Sichtprüfung einschließlich Zubehör; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand und/oder Berührungs-/Ableitstrom; bei Ausgängen Zusatzmessungen; Funktionsprüfung | GBU; meist allg. DGUV-Rahmen, bei rauem Feldeinsatz enger | DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; bei Zubehör und Ausgängen Zusatzmessungen laut Bauart |
| Ladegeräte, Netzteile, Trenn- und Sicherheitstransformatoren | Laptop-Netzteile, Werkzeug-Ladegeräte, SELV-/PELV-Netzteile, Trenntransformatoren; typische Fehler: Primär-/Sekundärisolationsfehler, falsche Ausgangsspannung, thermische Überlastung | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; bei berührbaren Sekundärkreisen zusätzlich Berührungsstrom, Ausgangsspannung und Sekundärkreisprüfung; Funktionsprüfung | GBU; meist allg. DGUV-Rahmen | DGUV 203-070, DIN EN 50699; DGUV fordert bei sekundären Ausgängen zusätzliche Messungen; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, Sonde, Multimeter |
| Gartengeräte / Außenbereich | Heckenscheren, Rasenmäher, Häcksler, Trimmer; typische Fehler: Nässe, UV-/Witterungseinfluss, Leitungsanschnitt, Schmutz, Schlagbeanspruchung | Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand bzw. Ableitstrom; Funktionsprüfung der Schutzeinrichtungen | GBU; im Außenbereich regelmäßig enger; auf Baustellen Baustellenrichtwert | DGUV V3 DA, DGUV 203-005/006, DIN EN 50699; Leitungsbauart und Schutzart an Einsatzbedingungen anpassen |
| Medizinische elektrische Geräte / ME-Systeme | Infusionspumpen, Patientenmonitore, mobile Diagnostikgeräte; typische Fehler: patientennahe Ableitströme, Systemwechselwirkungen, Zubehör-/Netzwerkprobleme | Sonderregime: Prüfung nach DIN EN 62353; systembezogene Funktions- und Sicherheitsprüfung; Herstellerangaben beachten | GBU plus Medizinprodukterecht; für bestimmte Geräte mit STK-Pflicht spätestens alle 2 Jahre | DIN EN 62353 VDE 0751-1, MPBetreibV; DIN EN 50699 allein nicht ausreichend; Prüfmittel: Medizinprüfgerät/Sicherheitsanalysator |
| Lichtbogenschweißgeräte | MIG/MAG-, TIG-, MMA-Schweißstromquellen; typische Fehler: besondere Ableit-/Ausgangsverhältnisse, Schäden an Schweißleitungen und Steckern | Sonderregime: wiederkehrende Prüfung nach DIN EN IEC 60974-4; schweißspezifische Messungen und Funktionsprüfungen | GBU; im Werkstatt-/Baustellenumfeld meist enger als Standardgeräte | DIN EN IEC 60974-4 VDE 0544-4; DIN EN 50699 allein nicht ausreichend; Prüfmittel: schweißgerätespezifisches Prüfgerät/Messschaltung |
| Portable Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen | Ex-Handleuchten, Ex-Sauger, Ex-Lüfter, zonengeeignete portable Geräte; typische Fehler: Verlust der Zündschutzart, falsche Zonenzuordnung, ungeeignete Reparatur | Sonderregime: Ex-spezifische Inspektion/Prüfung; elektrische Basisprüfung nur als Teil einer Ex-konformen Gesamtprüfung | GBU plus Ex-Prüfregime; Fristen zonen- und konzeptabhängig | TRBS 1201 Teil 1, Ex-spezifische Normen; DIN EN 50699 allein nicht ausreichend; besondere Ex-Fachkunde und Ex-taugliche Prüfprozesse erforderlich |
Mängelmatrix und Entscheidungslogik
Für Mängel gilt als rechtlicher Maßstab: Beeinträchtigt ein Zustand die sichere Verwendung, darf das Arbeitsmittel nicht weiterverwendet werden. Kann es zwar am Prüftag noch verwendet werden, wäre aber nicht bis zur nächsten Prüfung sicher, sind kurzfristige Maßnahmen wie Instandsetzung, Nutzungseinschränkung oder Fristverkürzung erforderlich. Auf Bau- und Montagestellen müssen Betriebsmittel, von denen infolge eines Mangels eine Gefährdung ausgeht, sofort wirksam der Benutzung entzogen werden; Reparaturen sind dort nur durch Elektrofachkräfte zulässig, danach ist erneut zu prüfen. [TRBS 1201; DGUV Information 203-006; DGUV Information 203-070]
| Häufiger Mangel | Sofortmaßnahme | Folgemaßnahme |
|---|---|---|
| Beschädigte Anschlussleitung, defekter Stecker, Gehäusebruch, freiliegende aktive Teile | Sofort außer Betrieb nehmen und gegen Benutzung sichern | |
| Fehlender Knickschutz oder defekte Zugentlastung | Nutzung sofort stoppen | Leitung/Stecker instand setzen oder ersetzen; Einsatzbedingungen und Leitungsbauart prüfen; Frist ggf. verkürzen |
| Schutzleiterunterbrechung oder auffälliger Schutzleiterwiderstand | Sofort außer Betrieb | Ursache an Leitung, Stecker, Klemme oder Schutzleiterbahn ermitteln; vollständige Nachprüfung] |
| Schlechter Isolationswiderstand oder Feuchte-/Schmutzeintrag | Nicht freigeben, wenn sichere Nutzung nicht nachweisbar ist | Trocknung, Reinigung, Reparatur; bei Trendverschlechterung Prüffrist |
| Erhöhter Berührungs-, Ableit- oder Schutzleiterstrom | Nutzung stoppen oder nur nach fachlicher Klärung nicht freigeben | Messmethode, Historienwerte und Herstellerangaben prüfen; Ursache beseitigen; Intervall ggf. verkürzen |
| RCD/PRCD löst nicht korrekt aus | Sofort außer Betrieb; niemals überbrücken | Austausch/Instandsetzung; Auslösung mit RCD-Prüfgerät verifizieren; tägliche/monatliche Prüfroutine organisatorisch sicherstellen |
| Fehlende Schutzhaube, defekte Verriegelung, Not-Halt ohne Wirkung | Sofort außer Betrieb | Nicht nur elektrisch, sondern auch funktional/mechanisch nachprüfen; ggf. weitere befähigte Person einbeziehen |
| Verdacht auf Manipulation, Fälschung oder offensichtlich mangelhafte Qualität | Nicht freigeben | Dokumentieren, Beschaffungs-/Sperrprozess prüfen, Hersteller-/Lieferantenklärung veranlassen |
| Falsche Leitungsbauart oder ungeeignete IP-/Schutzklasse für die Umgebung | Gerät in dieser Umgebung nicht verwenden | Geeignete Bauart einsetzen oder Einsatzumgebung ändern; Prüfkataster um Umgebungsmerkmal ergänzen |
| Grenzwert noch eingehalten, aber deutlicher Verschlechterungstrend | Nicht automatisch stilllegen, aber nicht unkritisch freigeben | Ursache prüfen, Prüffrist verkürzen, Wartung/Instandsetzung vorziehen, Nutzung begrenzen |
Sonderregime und praktische Hinweise
Medizinische elektrische Geräte sind ein eigenes Regime. Für sie ist die DIN EN 62353 VDE 0751-1 das zentrale Prüfregelwerk; für bestimmte Produkte nach der MPBetreibV sind Sicherheitstechnische Kontrollen spätestens alle zwei Jahre vorgeschrieben. Eine allgemeine portable-Geräte-Prüfung nach EN 50699 genügt dort nicht. Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen dürfen nicht allein nach Standardlogik der Betriebsmittelprüfung behandelt werden. Hier greifen TRBS 1201 Teil 1 und das Ex-spezifische Regelwerk; Prüfpersonal und Verfahren müssen das Zündschutzkonzept erhalten. Lichtbogenschweißgeräte benötigen die spezielle wiederkehrende Prüfung nach DIN EN IEC 60974-4. Das gilt unabhängig davon, dass sie äußerlich wie „mobile Elektrogeräte“ erscheinen. Baustellen und Montagebereiche sind kein eigener Gerätetyp, aber eine eigene Prüf- und Intervalllogik. Wegen höherer mechanischer, klimatischer und elektrischer Beanspruchung gelten regelmäßig kürzere Fristen, verstärkte Sichtkontrollen und zusätzliche Anforderungen an PRCD/RCD, Leitungsbauarten, Schutzarten und Schutzmaßnahmen. Viele Bestandsdokumente sprechen noch von „DIN VDE 0701-0702“. Für aktuelle Prüforganisation ist sauber zu trennen: EN 50678 für Prüfungen nach Reparatur/Instandsetzung, EN 50699 für Wiederholungsprüfungen. Diese Vorlage ist als Stammdaten- und Klassifikationsschema für die Wiederholungsprüfung konzipiert; bei Reparatur, Sonderregimen oder produktnormspezifischen Funktionen muss der Prüfumfang entsprechend erweitert werden. Für die praktische Anwendung empfiehlt sich ein Prüfregister mit mindestens den Feldern Geräteart, Schutzklasse, Versorgungsart, Sekundärkreis ja/nein, Einsatzumgebung, Sonderregime, Prüffristbegründung, letztes Ergebnis und nächster Termin. Damit lässt sich die rechtlich geforderte Verbindung von Gerätegruppe, Einsatzbedingung und Prüffrist belastbar dokumentieren.
