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Gerätearten bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel

Facility Management: Elektrische Sicherheit » DGUV V3/V4 » Grundlegendes » Gerätearten

Übersicht verschiedener Gerätearten für Prüfungen nach DGUV V3 und DGUV V4

Gerätearten bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel

Für die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel in Deutschland gibt es keine abschließende amtliche Liste von Gerätearten. Rechtsverbindlich sind vielmehr die Gefährdungsbeurteilung, die Festlegung von Art, Umfang und Fristen der Prüfung sowie die Anforderung, dass Arbeitsmittel zwischen zwei Prüfungen sicher verwendet werden können. Die DGUV liefert dazu Richtwerte und Organisationshilfen, aber keine starre Universalliste. Deshalb ist die nachfolgende Tabelle als praxisfeste, normennah begründete Stammdatenvorlage zu verstehen, nicht als gesetzlich abschließende Taxonomie. Betrachtet werden Niederspannungs-Arbeitsmittel im betrieblichen Umfeld, einschließlich transportabler Geräte; ortsfeste bzw. dauerhaft fest installierte Anlagen sind nicht Hauptgegenstand. Diese Abgrenzung entspricht der DGUV-Logik, wonach ortsveränderliche Geräte während des Betriebs bewegt oder leicht umgesetzt werden können und transportable Geräte im Prüfkontext organisatorisch eng mit ihnen verwandt sind. Normativ wichtig ist außerdem die heutige Aufteilung der früher verbreiteten Sammelbezeichnung „DIN VDE 0701-0702“: Für Prüfungen nach Instandsetzung gilt DIN EN 50678 VDE 0701, für Wiederholungsprüfungen DIN EN 50699 VDE 0702. Medizinische elektrische Geräte, Lichtbogenschweißgeräte, Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen und bestimmte maschinennahe Fälle folgen teilweise eigenen Sonderregimen

Klassifizierung elektrischer Geräte im Facility Management

Legende für Intervallkürzel:

  • GBU = rechtlich maßgebliche Festlegung der Prüffrist aus der Gefährdungsbeurteilung; Fristen müssen so bemessen sein, dass das Arbeitsmittel bis zur nächsten Prüfung sicher verwendet werden kann. [BetrSichV § 3, § 14; TRBS 1201]

  • allg. DGUV-Rahmen = praxisüblicher DGUV-Richtwert für ortsveränderliche Betriebsmittel: 6 Monate, verlängerbar bei Fehlerquote < 2 %; als Ober-/Richtwerte typischerweise 1 Jahr in Werkstatt/Fertigung/Baustelle und 2 Jahre in Büros oder vergleichbaren Bereichen. [DGUV Vorschrift 3 Durchführungsanweisung, Tabelle 1B]

  • Baustellenrichtwert = auf Bau- und Montagestellen bewährter Richtwert 3 Monate; bei hoher Beanspruchung kürzer. Zusätzlich: Sichtkontrolle vor Benutzung, arbeitstägliche Betätigung der Prüftaste an PRCD/RCD und monatliche Wirksamkeitsprüfung nichtstationärer Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. [DGUV Information 203-006]

Gerätearten

Hinweis zur Nutzung: Die Tabelle ist für Wiederholungsprüfungen ausgelegt. Prüfverfahren sind stets bauart-, schutzklassen- und umgebungsabhängig. Das Grundmuster ist regelmäßig: Sichtprüfung → Messungen → Funktionsprüfung → Bewertung → Dokumentation. Bei Geräten mit sekundären Ausgängen, Elektronik/Filtern, RCD/PRCD, Schutzeinrichtungen oder Sonderregimen erweitert sich der Prüfumfang. Als typische Prüfmittel nennt die DGUV u. a. Geräteprüfgeräte nach VDE 0413-16, Niederohm- und Isolationsmessgeräte, Strommesszangen, Multimeter und RCD-Prüfgeräte nach VDE 0413-6.

Geräteart

Typische Beispiele & typische Gefährdungen/Fehlerarten

Empfohlene Prüfverfahren

Empfohlene Prüfintervalle

Normen/Regelwerke & Prüfmittel

Bürogeräte

Drucker, Kopierer, Aktenvernichter, Laminierer; typische Fehler: gequetschte Leitungen, Stecker-/Gehäuseschäden, Wärmespuren, ungeeignete Mehrfachsteckdosen

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand oder – je nach Elektronik – Berührungs-/Ableitstrommessung; Funktionsprüfung

GBU; praxisüblich oft allg. DGUV-Rahmen

BetrSichV, TRBS 1201/1203, DGUV V3 DA, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, ggf. Zange/Multimeter

IT-, Kommunikations- und AV-Geräte

PCs, Monitore, Docks, Router, Switches, Beamer, aktive Lautsprecher, externe Netzteile; typische Fehler: defekte Netzteile, lose DC-Stecker, Portverschleiß, filterbedingte Ableitströme

Sichtprüfung; je nach Bauart Schutzleiterprüfung; Isolationswiderstand und/oder Berührungs-/Ableitstrom; bei sekundären Ausgängen zusätzlich Ausgangs- und Sekundärkreisprüfung; Funktionsprüfung

GBU; meist allg. DGUV-Rahmen

DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; bei Sekundärkreisen zusätzliche Messungen laut DGUV 203-070; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, Sonde, Multimeter

Küchengeräte, Haushalts- und Heißgeräte

Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Toaster, Mikrowellen, kleine Kochplatten; typische Fehler: Feuchte-/Dampfeintrag, thermische Alterung, Leitungs- und Zugentlastungsschäden

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; bei Heizelementen ggf. ergänzend Berührungs-/Ableitstrom; Funktionsprüfung

GBU; häufig allg. DGUV-Rahmen, bei intensiver Nutzung enger

DGUV V3 DA, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, ggf. Strommesszange

Reinigungsgeräte / mobile Hauswirtschaft

Staubsauger, Nass-/Trockensauger, Bodenreiniger, Dampfreiniger; typische Fehler: Feuchte, leitfähige Verschmutzung, Roll- und Gehäuseschäden, hohe Kabelbeanspruchung

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; in Feuchte-/Schmutzumgebung ergänzend Berührungs-/Ableitstrom; Funktionsprüfung

GBU; meist allg. DGUV-Rahmen, in Nass-/Schmutzbereichen enger

DGUV 203-005, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Grundprogramm

Elektrowerkzeuge / elektrische Handwerkzeuge

Bohrmaschinen, Winkelschleifer, Stichsägen, Fräsen, Schlagschrauber; typische Fehler: beschädigte Leitung, fehlender Knickschutz, Gehäusebruch, defekte Verriegelung, fehlende Schutzhaube

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand bzw. Berührungs-/Ableitstrom nach Bauart; Funktionsprüfung sicherheitsrelevanter Einrichtungen

GBU; Werkstatt meist allg. DGUV-Rahmen; auf Baustellen Baustellenrichtwert

DGUV V3 DA, DGUV 203-005/006, DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; Prüfmittel: Grundprogramm, robuste mobile Prüfgeräte sinnvoll

Baustellenmaschinen / transportable Maschinen

Baustellenkreissägen, Kappsägen, mobile Sägetische, transportable Aggregate; typische Fehler: Leitungs-/Gehäuseschäden, hohe mechanische Beanspruchung, defekte Verriegelungen/Not-Halt

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand bzw. Ableitstrom; Funktionsprüfung sicherheitsrelevanter Steuer- und Schutzeinrichtungen; ggf. maschinenbezogene Zusatzprüfungen

GBU; auf Baustellen regelmäßig Baustellenrichtwert

DGUV 203-006, DGUV 203-070/071, TRBS 1203; transportable Geräte werden organisatorisch wie ortsveränderliche behandelt; ggf. zusätzliche Befähigungen nötig

Verlängerungsleitungen, Leitungsroller, Mehrfachsteckdosen

Verlängerungen, Leitungsroller, Geräteanschlussleitungen, mobile Mehrfachsteckdosen; typische Fehler: Schnitte, Quetschungen, Abrieb, lockere Kontakte, Überhitzung, falsche Leitungsbauart

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung; Isolationswiderstand; Funktionsprüfung der Steckvorrichtungen; RCD-Test nur bei integrierter Schutzfunktion

GBU; häufig allg. DGUV-Rahmen, auf Baustellen Baustellenrichtwert

DGUV V3 DA, DGUV 203-005/006, DGUV 203-070, DIN EN 50699; Prüfmittel: Niederohm-/RIso-Messung, Geräteprüfgerät

Mobile Verteiler, PRCD-S, RCD-Zwischenstecker

Schutzverteiler, PRCD-S, mobile Steckdosenverteiler; typische Fehler: Auslösefehler, PE-Unterbrechung, mechanische Schäden, defekte Prüfeinrichtung

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung; Isolationswiderstand ein-/ausgangsseitig; Berührungs-/Ableitstrom; RCD-/PRCD-Test mit Prüftaste und Messgerät; Funktionsprüfung

GBU; auf Baustellen meist 3 Monate plus arbeitstägliche Prüftaste und monatliche Wirksamkeitsprüfung

DGUV 203-006, DGUV 203-070, DGUV V3 DA; Prüfmittel: Geräteprüfgerät + RCD-Prüfgerät nach VDE 0413-6

Beleuchtung, Handleuchten, mobile Leuchten

Handleuchten, Baustellenleuchten, temporäre Arbeitsleuchten; typische Fehler: gebrochenes Schutzglas, fehlender Schutzkorb, Leitungsschäden, ungeeignete Schutzart

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; Funktionsprüfung; bei Kleinspannung zusätzlich Ausgangsspannung; ggf. RCD-/SELV-Konzept prüfen

GBU; innen oft allg. DGUV-Rahmen, Baustelle Baustellenrichtwert

DGUV 203-006, DGUV 203-004, DGUV 203-070, DIN EN 50699; bei erhöhter elektrischer Gefährdung gelten verschärfte Anforderungen

Prüf-, Mess- und Laborgeräte

Multimeter, Oszilloskope, portable Labornetzteile, Kalibratoren; typische Fehler: beschädigte Messleitungen/Sonden, Elektronik-/Filtereffekte, berührbare Ausgänge

Sichtprüfung einschließlich Zubehör; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand und/oder Berührungs-/Ableitstrom; bei Ausgängen Zusatzmessungen; Funktionsprüfung

GBU; meist allg. DGUV-Rahmen, bei rauem Feldeinsatz enger

DGUV 203-070/071, DIN EN 50699; bei Zubehör und Ausgängen Zusatzmessungen laut Bauart

Ladegeräte, Netzteile, Trenn- und Sicherheitstransformatoren

Laptop-Netzteile, Werkzeug-Ladegeräte, SELV-/PELV-Netzteile, Trenntransformatoren; typische Fehler: Primär-/Sekundärisolationsfehler, falsche Ausgangsspannung, thermische Überlastung

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand; bei berührbaren Sekundärkreisen zusätzlich Berührungsstrom, Ausgangsspannung und Sekundärkreisprüfung; Funktionsprüfung

GBU; meist allg. DGUV-Rahmen

DGUV 203-070, DIN EN 50699; DGUV fordert bei sekundären Ausgängen zusätzliche Messungen; Prüfmittel: Geräteprüfgerät, Sonde, Multimeter

Gartengeräte / Außenbereich

Heckenscheren, Rasenmäher, Häcksler, Trimmer; typische Fehler: Nässe, UV-/Witterungseinfluss, Leitungsanschnitt, Schmutz, Schlagbeanspruchung

Sichtprüfung; Schutzleiterprüfung bei SK I; Isolationswiderstand bzw. Ableitstrom; Funktionsprüfung der Schutzeinrichtungen

GBU; im Außenbereich regelmäßig enger; auf Baustellen Baustellenrichtwert

DGUV V3 DA, DGUV 203-005/006, DIN EN 50699; Leitungsbauart und Schutzart an Einsatzbedingungen anpassen

Medizinische elektrische Geräte / ME-Systeme

Infusionspumpen, Patientenmonitore, mobile Diagnostikgeräte; typische Fehler: patientennahe Ableitströme, Systemwechselwirkungen, Zubehör-/Netzwerkprobleme

Sonderregime: Prüfung nach DIN EN 62353; systembezogene Funktions- und Sicherheitsprüfung; Herstellerangaben beachten

GBU plus Medizinprodukterecht; für bestimmte Geräte mit STK-Pflicht spätestens alle 2 Jahre

DIN EN 62353 VDE 0751-1, MPBetreibV; DIN EN 50699 allein nicht ausreichend; Prüfmittel: Medizinprüfgerät/Sicherheitsanalysator

Lichtbogenschweißgeräte

MIG/MAG-, TIG-, MMA-Schweißstromquellen; typische Fehler: besondere Ableit-/Ausgangsverhältnisse, Schäden an Schweißleitungen und Steckern

Sonderregime: wiederkehrende Prüfung nach DIN EN IEC 60974-4; schweißspezifische Messungen und Funktionsprüfungen

GBU; im Werkstatt-/Baustellenumfeld meist enger als Standardgeräte

DIN EN IEC 60974-4 VDE 0544-4; DIN EN 50699 allein nicht ausreichend; Prüfmittel: schweißgerätespezifisches Prüfgerät/Messschaltung

Portable Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen

Ex-Handleuchten, Ex-Sauger, Ex-Lüfter, zonengeeignete portable Geräte; typische Fehler: Verlust der Zündschutzart, falsche Zonenzuordnung, ungeeignete Reparatur

Sonderregime: Ex-spezifische Inspektion/Prüfung; elektrische Basisprüfung nur als Teil einer Ex-konformen Gesamtprüfung

GBU plus Ex-Prüfregime; Fristen zonen- und konzeptabhängig

TRBS 1201 Teil 1, Ex-spezifische Normen; DIN EN 50699 allein nicht ausreichend; besondere Ex-Fachkunde und Ex-taugliche Prüfprozesse erforderlich

Mängelmatrix und Entscheidungslogik

Für Mängel gilt als rechtlicher Maßstab: Beeinträchtigt ein Zustand die sichere Verwendung, darf das Arbeitsmittel nicht weiterverwendet werden. Kann es zwar am Prüftag noch verwendet werden, wäre aber nicht bis zur nächsten Prüfung sicher, sind kurzfristige Maßnahmen wie Instandsetzung, Nutzungseinschränkung oder Fristverkürzung erforderlich. Auf Bau- und Montagestellen müssen Betriebsmittel, von denen infolge eines Mangels eine Gefährdung ausgeht, sofort wirksam der Benutzung entzogen werden; Reparaturen sind dort nur durch Elektrofachkräfte zulässig, danach ist erneut zu prüfen. [TRBS 1201; DGUV Information 203-006; DGUV Information 203-070]

Häufiger Mangel

Sofortmaßnahme

Folgemaßnahme

Beschädigte Anschlussleitung, defekter Stecker, Gehäusebruch, freiliegende aktive Teile

Sofort außer Betrieb nehmen und gegen Benutzung sichern

 

Fehlender Knickschutz oder defekte Zugentlastung

Nutzung sofort stoppen

Leitung/Stecker instand setzen oder ersetzen; Einsatzbedingungen und Leitungsbauart prüfen; Frist ggf. verkürzen

Schutzleiterunterbrechung oder auffälliger Schutzleiterwiderstand

Sofort außer Betrieb

Ursache an Leitung, Stecker, Klemme oder Schutzleiterbahn ermitteln; vollständige Nachprüfung]

Schlechter Isolationswiderstand oder Feuchte-/Schmutzeintrag

Nicht freigeben, wenn sichere Nutzung nicht nachweisbar ist

Trocknung, Reinigung, Reparatur; bei Trendverschlechterung Prüffrist

Erhöhter Berührungs-, Ableit- oder Schutzleiterstrom

Nutzung stoppen oder nur nach fachlicher Klärung nicht freigeben

Messmethode, Historienwerte und Herstellerangaben prüfen; Ursache beseitigen; Intervall ggf. verkürzen

RCD/PRCD löst nicht korrekt aus

Sofort außer Betrieb; niemals überbrücken

Austausch/Instandsetzung; Auslösung mit RCD-Prüfgerät verifizieren; tägliche/monatliche Prüfroutine organisatorisch sicherstellen

Fehlende Schutzhaube, defekte Verriegelung, Not-Halt ohne Wirkung

Sofort außer Betrieb

Nicht nur elektrisch, sondern auch funktional/mechanisch nachprüfen; ggf. weitere befähigte Person einbeziehen

Verdacht auf Manipulation, Fälschung oder offensichtlich mangelhafte Qualität

Nicht freigeben

Dokumentieren, Beschaffungs-/Sperrprozess prüfen, Hersteller-/Lieferantenklärung veranlassen

Falsche Leitungsbauart oder ungeeignete IP-/Schutzklasse für die Umgebung

Gerät in dieser Umgebung nicht verwenden

Geeignete Bauart einsetzen oder Einsatzumgebung ändern; Prüfkataster um Umgebungsmerkmal ergänzen

Grenzwert noch eingehalten, aber deutlicher Verschlechterungstrend

Nicht automatisch stilllegen, aber nicht unkritisch freigeben

Ursache prüfen, Prüffrist verkürzen, Wartung/Instandsetzung vorziehen, Nutzung begrenzen

Sonderregime und praktische Hinweise

Medizinische elektrische Geräte sind ein eigenes Regime. Für sie ist die DIN EN 62353 VDE 0751-1 das zentrale Prüfregelwerk; für bestimmte Produkte nach der MPBetreibV sind Sicherheitstechnische Kontrollen spätestens alle zwei Jahre vorgeschrieben. Eine allgemeine portable-Geräte-Prüfung nach EN 50699 genügt dort nicht. Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen dürfen nicht allein nach Standardlogik der Betriebsmittelprüfung behandelt werden. Hier greifen TRBS 1201 Teil 1 und das Ex-spezifische Regelwerk; Prüfpersonal und Verfahren müssen das Zündschutzkonzept erhalten. Lichtbogenschweißgeräte benötigen die spezielle wiederkehrende Prüfung nach DIN EN IEC 60974-4. Das gilt unabhängig davon, dass sie äußerlich wie „mobile Elektrogeräte“ erscheinen. Baustellen und Montagebereiche sind kein eigener Gerätetyp, aber eine eigene Prüf- und Intervalllogik. Wegen höherer mechanischer, klimatischer und elektrischer Beanspruchung gelten regelmäßig kürzere Fristen, verstärkte Sichtkontrollen und zusätzliche Anforderungen an PRCD/RCD, Leitungsbauarten, Schutzarten und Schutzmaßnahmen. Viele Bestandsdokumente sprechen noch von „DIN VDE 0701-0702“. Für aktuelle Prüforganisation ist sauber zu trennen: EN 50678 für Prüfungen nach Reparatur/Instandsetzung, EN 50699 für Wiederholungsprüfungen. Diese Vorlage ist als Stammdaten- und Klassifikationsschema für die Wiederholungsprüfung konzipiert; bei Reparatur, Sonderregimen oder produktnormspezifischen Funktionen muss der Prüfumfang entsprechend erweitert werden. Für die praktische Anwendung empfiehlt sich ein Prüfregister mit mindestens den Feldern Geräteart, Schutzklasse, Versorgungsart, Sekundärkreis ja/nein, Einsatzumgebung, Sonderregime, Prüffristbegründung, letztes Ergebnis und nächster Termin. Damit lässt sich die rechtlich geforderte Verbindung von Gerätegruppe, Einsatzbedingung und Prüffrist belastbar dokumentieren.