Ausschreibungsformulare für DGUV-V3/V4-Prüfleistungen
Standardisierte Ausschreibungsformulare schaffen eine einheitliche Informationsgrundlage für die Bewertung von Bietern und Angeboten. Gerade bei Prüfleistungen an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln reicht es nicht aus, lediglich Preise abzufragen. Ebenso wichtig sind Qualifikation, Prüfmethodik, personelle Ressourcen, technische Ausstattung und die Fähigkeit, Prüfergebnisse strukturiert zu dokumentieren.
Die Formulare sollten deshalb so aufgebaut sein, dass alle Bieter dieselben Informationen in vergleichbarer Form bereitstellen.
Ausschreibungsformulare für DGUV V3/V4-Prüfungen: Anforderungen, Angebote und Vergabeunterlagen
Eine Erfüllungsmatrix erleichtert die Prüfung, ob der Bieter die ausgeschriebenen Anforderungen vollständig berücksichtigt.
Dabei sollte nicht nur zwischen „erfüllt“ und „nicht erfüllt“ unterschieden werden. Sinnvoll können zusätzliche Felder für Erläuterungen, Abweichungen oder Verweise auf das Durchführungskonzept sein.
So werden technische Unterschiede bereits vor Vertragsabschluss sichtbar.
Projektteam und Prüfmittel transparent machen
Bei elektrischen Prüfleistungen hängt die Qualität wesentlich von den tatsächlich eingesetzten Personen und Prüfmitteln ab.
Das Projektteamformular sollte deshalb Qualifikation, Funktion, Erfahrung und gegebenenfalls Vertretungsregelungen erfassen.
Auch die verwendeten Mess- und Prüfgeräte können strukturiert abgefragt werden, beispielsweise nach:
Damit kann der Auftraggeber beurteilen, ob die vorgesehene technische Ausstattung zum ausgeschriebenen Prüfprogramm passt.
Preisblatt mit dem Leistungsmodell verzahnen
Das Preisblatt sollte exakt zur Leistungsbeschreibung und zum Leistungsverzeichnis passen. Einheitliche Mengen- und Preiseinheiten sind Voraussetzung für belastbare Angebotsvergleiche.
Neben den eigentlichen Prüfpreisen sollten gegebenenfalls auch Leistungen wie Dokumentation, Prüfkennzeichnung, Nachprüfung, besondere Einsatzzeiten oder zusätzliche Aufwendungen eindeutig geregelt werden.
Bieterangaben später Vertragsbestandteil werden lassen
Besonders wichtig ist die Verbindung zwischen Ausschreibung und späterem Vertrag. Wertungsrelevante Angaben zu Personal, Prüfmethodik, Dokumentationsqualität oder Reaktionszeiten sollten nach Zuschlag nicht folgenlos bleiben.
Die Ausschreibungsformulare bilden deshalb eine durchgängige Kette:
Gut strukturierte Formulare reduzieren Rückfragen, erleichtern die Angebotsprüfung und schaffen eine belastbare Grundlage für die spätere Steuerung der Prüfleistungen.
Ziel ist nicht möglichst umfangreiche Bürokratie, sondern eine einheitliche, prüfbare und vergleichbare Darstellung aller Informationen, die für Auswahl, Zuschlag und spätere Leistungserbringung tatsächlich entscheidend sind.