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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Fernschaltungen in elektrischen Anlagen sicher organisieren

Facility Management: Elektrische Sicherheit » Betrieb » Fernschaltungen

Digitale Bedienmöglichkeiten organisatorisch beherrschen

Elektrische Anlagen werden zunehmend aus Leitwarten, Gebäudeautomationssystemen oder über Fernzugänge überwacht und teilweise geschaltet. Dadurch können Reaktionszeiten sinken, gleichzeitig entsteht eine räumliche Trennung zwischen ausführender Person und realem Anlagenzustand. Vor jeder Fernschaltung muss deshalb eindeutig feststehen, welche Anlage betroffen ist, welche Betriebsfolgen entstehen und ob Personen vor Ort an der Anlage arbeiten. Technische Bedienbarkeit allein ist keine ausreichende Berechtigung zur Durchführung einer Schalthandlung.

Fernschaltprozesse in Leitwarten klar steuern

Schaltberechtigung und Systemzugang voneinander trennen

Der Zugang zu einer Software oder Leitwarte darf nicht automatisch mit einer elektrotechnischen Schaltberechtigung gleichgesetzt werden. Benutzerrechte werden nach Funktion, Qualifikation und konkretem Verantwortungsbereich vergeben. Anlagenverantwortliche, Schaltberechtigte, Arbeitsverantwortliche und Leitstellenpersonal benötigen abgestimmte Kompetenzen und Kommunikationswege. Die aktuelle DIN EN 50110-1 (VDE 0105-1):2024-11 behandelt den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen aller Spannungsebenen und unterstreicht klare Verantwortungsrollen und geregelte Betriebsvorgänge.

Steuerungsfeld

Wesentliche Anforderung

Typisches Risiko

Kontrollmaßnahme

Benutzerrechte

Rollenbezogene Berechtigung

Unbefugte Schaltung

Regelmäßiges Berechtigungsreview

Anlagenstatus

Eindeutige Rückmeldung

Falscher Zustand angenommen

Plausibilitätsprüfung

Arbeitsfreigabe

Abgleich mit Arbeiten vor Ort

Wiedereinschalten während Arbeiten

Verriegelung und Kommunikation

Kommunikation

Klare Schaltanweisung

Missverständnis

Read-back-Verfahren

Protokollierung

Zeit, Nutzer, Schaltung

Fehlende Nachvollziehbarkeit

Automatisches Ereignisprotokoll

Auftrag, Rückmeldung und Ausführung eindeutig verbinden

Für kritische Schalthandlungen sollte ein definierter Ablauf bestehen. Der Schaltauftrag benennt Anlage, Ausgangszustand, Zielzustand und verantwortliche Personen. Vor der Ausführung wird geprüft, ob Arbeitsfreigaben oder Sperren bestehen. Nach der Schaltung muss die technische Rückmeldung plausibilisiert und dem Auftraggeber bestätigt werden. Bei komplexen Anlagen kann ein Vier-Augen-Prinzip sinnvoll sein. Mündliche Kommunikation sollte bei sicherheitskritischen Vorgängen durch eindeutige Wiederholung und Bestätigung abgesichert werden.

Kommunikations- und Systemausfälle berücksichtigen

Fernbetrieb setzt funktionierende Steuerungs- und Kommunikationssysteme voraus. Fällt die Verbindung aus oder sind Anlagenzustände widersprüchlich, darf nicht auf Basis ungesicherter Anzeigen weitergeschaltet werden. Für solche Fälle werden lokale Bedienmöglichkeiten, Eskalationswege und Zuständigkeiten festgelegt. Auch der Ausfall von Leitwarte, Netzwerk oder Authentifizierung gehört in die Notfallplanung. Automatische Funktionen müssen von manuellen Fernschaltungen eindeutig unterscheidbar sein.

Fernschaltungen vollständig und revisionsfähig dokumentieren

Digitale Systeme bieten die Möglichkeit, Schaltvorgänge automatisch mit Benutzer, Zeitpunkt und Anlagenstatus zu protokollieren. Diese Daten sollten mit Arbeitsaufträgen, Störungen und Freigaben verknüpft werden. Berechtigungsänderungen und auffällige Bedienereignisse werden regelmäßig überprüft. Nach Umbauten oder Softwareänderungen sind Schaltlogik, Anzeigen und Rückmeldungen erneut zu testen. Dadurch verbindet das Facility Management digitale Betriebsführung mit einer nachvollziehbaren elektrotechnischen Verantwortungsorganisation.