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gVEFK: Leistungsverzeichnis

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gVEFK: Leistungsverzeichnis

Leistungsverzeichnis für die externe gVEFK im Klinikum

Das LV verlangt nicht „nur Beratung“, sondern eine wirksame, nachweisfähige Betreiberorganisation für Elektrosicherheit: Dokumente, Prozesse, Rollen, KPIs, Eskalation, Schulung, Fremdfirmensteuerung und Wirksamkeitskontrolle.

gVEFK-Leistungen im Krankenhaus – Verzeichnis

Normativer und rechtlicher Rahmen für das LV

Dieses Leistungsverzeichnis (LV) ist darauf ausgelegt, als Bestandteil einer rechtskonformen Ausschreibung die externe Bestellung einer geschäftsführenden Verantwortlichen Elektrofachkraft (gVEFK) in einem Klinikum prüfbar, abnahmefähig und auditierbar zu definieren.

Maßgebliche Grundlagen sind:

  • Arbeitsschutzgesetz: Der Arbeitgeber muss die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen treffen, eine geeignete Organisation sicherstellen und die Wirksamkeit prüfen/anpassen.

  • Dokumentationspflicht: Der Arbeitgeber muss Unterlagen vorhalten, aus denen Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, festgelegte Maßnahmen und Ergebnis der Überprüfung ersichtlich sind.

  • BetrSichV: Gefährdungsbeurteilung vor Verwendung, Wirksamkeitsprüfung, Instandhaltung und Prüfungen inkl. Dokumentation; außerdem Zusammenarbeit mit Auftragnehmern/Fremdfirmen.

  • DGUV Vorschrift 3: Betrieb elektrischer Anlagen/Betriebsmittel nur im sicheren Zustand, Schutz gegen direktes Berühren, Prüfpflichten (vor Erstinbetriebnahme/nach Änderung sowie wiederkehrend) und Fristenlogik; Mängelmanagement inkl. Nutzungsverbot bei dringender Gefahr.

  • Pflichtenübertragung: Schriftliche Beauftragung muss Verantwortungsbereich und Befugnisse festlegen, ist zu unterzeichnen und auszuhändigen.

  • DIN VDE 1000‑10 / DIN VDE 0105‑100 (Rollenlogik): Die DIN VDE 0105‑100 nutzt die Begriffe Anlagenbetreiber, Anlagenverantwortlicher, Arbeitsverantwortlicher als Rollen für sicheren Betrieb/Arbeiten und die VEFK ist in DIN VDE 1000‑10 als aufbauorganisatorische Funktion verankert; Weisungsbefugnisse müssen ausdrücklich beschrieben werden.

  • TRBS als Stand der Technik (für das LV als Mindestanforderung an Systematik und Prüfbarkeit):

  • TRBS 1111 (Gefährdungsbeurteilung),

  • TRBS 1112 (Instandhaltung),

  • TRBS 1201 (Prüfungen),

  • TRBS 1203 (zur Prüfung befähigte Personen).

  • Klinikumsspezifische Normmodule: Medizinisch genutzte Bereiche (DIN VDE 0100‑710) – Patientensicherheit durch sichere Anlage sowie sicheren Betrieb/Wartung angeschlossener ME‑Einrichtungen.

  • Sicherheitszwecke (DIN VDE 0100‑560) – Anforderungen an Stromquellen/Stromkreise für Sicherheitszwecke, u. a. Not-/Sicherheitsbeleuchtung und Brandschutzeinrichtungen.

  • Schnittstelle Medizinprodukte/Medizintechnik (sofern durch das Klinikum gewünscht im Scope): STK‑Fristen nach MPBetreibV sowie Wiederholungs- und Instandsetzungsprüfungen medizinischer elektrischer Geräte/Systeme nach DIN EN 62353.

Phasen: - Übernahmephase: T0 bis T0+8 Wochen (Sofort-Sicherstellung, Bestell-/Befugnisse, Initialaudit, Prioritäten).

  • Implementierungsphase: T0+9 Wochen bis T0+6 Monate (Systemaufbau/Standardisierung, Register, Prozesse, Schulungen, Klinikmodule).

  • Regelbetrieb: ab T0+6 Monate (laufende Steuerung, SLA, quartalsweise Reviews, Jahresreview).

Abnahmegrundsatz: Jede LV‑Position ist nur dann erfüllt, wenn die Deliverables

  • in der geforderten Form im DMS/CMMS bereitgestellt,

  • fachlich plausibel (prüfbar) und

  • durch die benannten Klinikrollen (i. d. R. Technische Leitung/Betreibervertretung) freigegeben sind.

Dokumentenkatalog (DOK‑IDs): Zur Reduktion von Wiederholungen verweist die Tabelle auf standardisierte Nachweispakete:

  • DOK‑01 Bestellurkunde gVEFK + Stellvertretung inkl. Befugnisse/Scope (unterzeichnet, ausgehändigt)

  • DOK‑02 Pflichten-/Befugnismatrix (Delegationsmatrix, RACI)

  • DOK‑03 Organigramm Elektrotechnik/Betreiberorganisation (Versionierung)

  • DOK‑04 Normen- & Pflichtenmatrix (Norm/§ → Prozess/Verantwortung/Nachweis)

  • DOK‑05 Anlagen-/Betriebsmittelregister (Scope, Standort, Kritikalität, Prüffrist, Status)

  • DOK‑06 Prüfkonzept & Prüfanweisungen (TRBS 1201 + DGUV V3)

  • DOK‑07 Beauftragung/Qualifikation Prüfpersonen (TRBS 1203)

  • DOK‑08 Instandhaltungskonzept (TRBS 1112) + sichere IH‑Verfahren

  • DOK‑09 Mängelregister + Sperr-/Freigabeprotokolle (inkl. „dringende Gefahr“)

  • DOK‑10 Arbeitsfreigabe-/Schaltprozess (Permit-to-Work, Schaltauftrag, Rückmeldung)

  • DOK‑11 Fremdfirmenprozess + Einweisungen/Koordination/Übergaben

  • DOK‑12 Unterweisungsplan/-nachweise (ArbSchG/BetrSichV)

  • DOK‑13 Notfall-/Störungsdokumentation Elektrotechnik (Stromausfall, Teilnetzausfall, Alarmketten)

  • DOK‑14 Quartalsberichte (KPI‑Dashboard, SLA‑Erfüllung, Maßnahmenstatus)

  • DOK‑15 Jahres‑Management‑Review Elektrosicherheit inkl. Verbesserungsplan

  • DOK‑16 Klinikum‑Module: 0100‑710/0100‑560‑Checklisten, Wartungsfenster, kritische Verbraucherlisten

  • DOK‑17 Medizintechnik‑Schnittstellenpaket (DIN EN 62353/MPBetreibV‑Abgleich, Rollen, Übergaben)

Leistungsverzeichnis für gVEFK

Die folgende Tabelle ist das LV‑Kernstück. Platzhalter werden in eckigen Klammern gesetzt (z. B. „[X]“), um klinikindividuelle Parameter (Standorte, Vor‑Ort‑Tage etc.) festlegen zu können.

Phase

Leistungsposition

Ergebnis / Deliverables

Abnahmekriterien (prüfbar)

Nachweise / Doku

Frist / Turnus

0,10

Vor Start

Benennung gVEFK & Stellvertretung (namentlich)

Teamblatt mit Rollen, Kapazitäten, Vertretung, Kontaktdaten, Bereitschaftsmodell

gVEFK+Stv. benannt; Nachweise zu Qualifikation/Erfahrung liegen vor; Erreichbarkeit bestätigt

DOK‑01 (Entwurf), DOK‑07 (Qualifikation)

mit Angebot / spätestens T0

0,20

Vor Start

Verfügbarkeits- und Vor‑Ort‑Plan

Jahresübersicht Vor‑Ort‑Tage/Monat, Mindestpräsenz, Regeltermine

Plan enthält mind. [X] Vor‑Ort‑Tage/Monat; Abdeckung Urlaube/Krankheit; Eskalationskontakte

DOK‑14 (SLA‑KPI‑Rahmen)

mit Angebot / T0

01.01.2026

Übernahme

Kickoff & Übernahmeplan

Projektauftrag, Kommunikations-/Eskalationsmatrix, Terminplan (0–8 Wochen)

Kickoff protokolliert; Meilensteine/Deliverables terminiert; Verantwortliche je Klinik benannt

DOK‑14 (Template), DOK‑02 (RACI‑Draft)

T0+10 AT

02.01.2026

Übernahme

Bestell‑/Befugnisklärung gVEFK

unterschriftsreife Bestellurkunde inkl. Scope, Befugnisse, Berichtslinie, Stellvertretung

Dokument enthält Verantwortungsbereich+Befugnisse; Unterzeichnung/Aushändigung vorbereitet (DGUV‑Logik)

DOK‑01, DOK‑02

T0+20 AT

03.01.2026

Übernahme

Initialaudit Elektrosicherheitsorganisation

Auditbericht „Ist‑Stand“, Top‑Risiken (A–D), Sofortmaßnahmen, Maßnahmenregister

Audit deckt Organisation, Prüfung/IH, Arbeitsfreigabe, Fremdfirmen, klinische Kritikalität ab; Maßnahmen mit Fristen/Owner

DOK‑04, DOK‑09 (Initial), DOK‑14 (Initialreport)

T0+8 Wochen

04.01.2026

Übernahme

Normen- & Pflichtenmatrix (Klinikum)

Matrix: Norm/§ → Prozess → Rolle → Nachweis

Matrix enthält min. ArbSchG/BetrSichV/DGUV V3/VDE 0105‑100/VDE 1000‑10; klinische Module 0100‑710/560 enthalten (wenn im Scope)

DOK‑04

T0+8 Wochen

05.01.2026

Übernahme

Kritikalitätsklassifizierung

Kritikalitätsmatrix (A = patienten-/brandschutzkritisch bis D) für Anlagen/Versorgungsbereiche

Kritikalität begründet; kritische Verbraucher/Netzsegmente identifiziert; Schnittstelle Klinikbetrieb (OP/Intensiv) berücksichtigt

DOK‑05 (Flags), DOK‑16

T0+8 Wochen

01.02.2026

Implementierung

Organigramm Elektrotechnik & Betreiberorganisation

Organigramm mit Rollen (VEFK/gVEFK, Betreiberfunktion, AnlV/ArbV, Prüferrollen), Stellvertretungen, Berichtslinien

Organigramm versioniert, freigegeben; mit Bestell-/Delegationsakten konsistent

DOK‑03, DOK‑02

T0+3 Monate

02.02.2026

Implementierung

Delegations- und RACI‑Matrix

RACI je Prozess: Betrieb, Prüfungen, IH, Freigaben, Störungen, Fremdfirmen, Projekte

Verantwortungsbereiche/Befugnisse eindeutig; Konsistenzcheck zu DGUV‑Pflichtenübertragung

DOK‑02

T0+3 Monate

03.02.2026

Implementierung

Rollenmodell Betrieb/Arbeiten nach DIN VDE 0105‑100

Umsetzungsleitfaden: Rollen AnlB/AnlV/ArbV, Einbindung in Arbeitsaufträge

Rollen sind je Arbeitsauftrag zuzuweisen; Verantwortungsübergaben geregelt; Schulungsunterlagen vorhanden

DOK‑10

T0+4 Monate

04.02.2026

Implementierung

Schaltorganisation

Schaltberechtigungsmatrix, Schaltauftrag, Schaltbuch-/Protokollstandard

Schaltberechtigungen schriftlich; Schaltauftrag-Vorlage; Rückmeldung/Wiederinbetriebnahme geregelt

DOK‑10, DOK‑02

T0+4 Monate

05.02.2026

Implementierung

Permit‑to‑Work (Arbeitsfreigabe) Elektrotechnik

Standardprozess + Formblätter (Freigabe, LOTO/Absicherung, Rückmeldung)

Prozess in Pilotbereich angewandt; min. [n] Arbeitsaufträge dokumentiert; Lessons Learned eingearbeitet

DOK‑10, DOK‑14 (Pilot-KPI)

T0+5 Monate

06.02.2026

Implementierung

Fremdfirmenprozess Elektrotechnik

Prozess für Auswahl, Einweisung, Koordination, Freigabe, Übergabe, Dokumentation

Prozess erfüllt Kooperation/Koordination; Einweisungsnachweise vorhanden; Verantwortliche benannt

DOK‑11

T0+4 Monate

07.02.2026

Implementierung

Gefährdungsbeurteilung: elektrotechnische Tätigkeiten

Tätigkeits‑GBU (Schalten, Messen, IH, Umbau, Arbeiten in Nähe aktiver Teile, ggf. AuS)

GBU dokumentiert, Maßnahmen abgeleitet, Wirksamkeitsprüfplan festgelegt

DOK‑04 (Verknüpfung), DOK‑13 (Notfallbezug)

T0+5 Monate

08.02.2026

Implementierung

Prüfkonzept elektrische Anlagen/Betriebsmittel

Prüfstrategie, Prüfumfang, Prüffristenlogik, Protokollstandard

Prüfkonzept mit TRBS/DGUV‑Logik; Prüffristen nachvollziehbar (Risikobezug, Erfahrung); Prüfanweisungen vorliegen

DOK‑06

T0+4 Monate

09.02.2026

Implementierung

Prüfregister / CMMS‑Implementierung

Anlagen- & Betriebsmittelregister inkl. Prüftermine, Status, Labels/QR‑System

Register deckt Scope zu ≥[95]% ab; Status „letzte/nächste Prüfung“ auswertbar; Datenqualität geprüft (Stichprobe)

DOK‑05

T0+5 Monate

10.02.2026

Implementierung

Befähigte Personen / Prüfbeauftragungen

Qualifikationsprüfung, Beauftragung, Schulungs-/Kompetenznachweise

Prüfrollen schriftlich beauftragt; Qualifikationsnachweise (TRBS 1203) liegen vor; Vertretung geregelt

DOK‑07

T0+5 Monate

11.02.2026

Implementierung

Instandhaltungskonzept Elektrotechnik

IH‑Strategie (präventiv/korrektiv), sichere IH‑Verfahren, Freigaben, Rückmeldung

IH‑Strategie mit GBU‑Bezug; sichere IH‑Vorgehensweisen dokumentiert; Herstellerangaben berücksichtigt

DOK‑08

T0+6 Monate

12.02.2026

Implementierung

Mängelmanagement & Sperrprozess

Mängelklassifikation, Sofortmaßnahmen, Sperren/Wiederfreigabe, Eskalation

Mängelregister aktiv; Sperr- und Freigabeprotokolle nachvollziehbar; Eskalationszeiten eingehalten

DOK‑09, DOK‑14 (KPI)

T0+4 Monate

13.02.2026

Implementierung

Störungs- und Notfallmanagement Elektrotechnik

Notfall-/Störungsleitfaden: Stromausfall, Teilnetzausfall, Schutzorgan‑Kaskaden, Alarmierung

Alarmketten definiert; Rollen je Szenario; Übung/Testkonzept für kritische Szenarien

DOK‑13

T0+6 Monate

14.02.2026

Implementierung

Klinikum‑Modul medizinisch genutzte Bereiche

Checklisten & Betriebs-/Wartungsfensterregeln; Schnittstelle OP/ITS; Vorgaben an Umbauten

Kritische Bereiche identifiziert; Wartungsfensterprozess freigegeben; Abschaltfreigaben geregelt

DOK‑16

T0+6 Monate

15.02.2026

Implementierung

Klinikum‑Modul Sicherheitszwecke

Konzept Stromquellen/Stromkreise für Sicherheitszwecke (Not-/Sicherheitsbeleuchtung etc.), Test-/Überwachungsplan

Verbraucher-/Stromkreisliste vorhanden; Tests terminiert; Störungsmeldung/Eskalation implementiert

DOK‑16, DOK‑13

T0+6 Monate

16.02.2026

Implementierung

Medizintechnik‑Schnittstellenpaket (optional im Scope)

Rollen-/Prozessschnittstelle zu DIN EN 62353 & MPBetreibV (STK), inkl. Dokuwege

Schnittstellen dokumentiert; Daten-/Dokuaustausch; Eskalation bei Prüf-/STK‑Rückständen

DOK‑17

T0+6 Monate

17.02.2026

Implementierung

Schulungs-/Unterweisungssystem

Schulungsmatrix (gVEFK/EFK/EuP/sonstige), Unterweisungsplan, Rollen-SOPs

Unterweisungen arbeitsplatz-/tätigkeitsbezogen; Nachweise geführt; Wirksamkeitscheck (Stichprobe/Quiz)

DOK‑12

T0+6 Monate

18.02.2026

Implementierung

Dokumentenlenkung (DMS)

Strukturplan (Ordner/Metadaten), Versionierung, Freigabe-Workflow

Dokumente auffindbar; Freigabeprozess definiert; Archiv/Retention geregelt

DOK‑03 bis DOK‑17 (Verlinkung)

T0+6 Monate

01.03.2026

Regelbetrieb

Monatsbericht Operativ

Kurzreport: Mängelstatus, Sperrungen, Fristüberschreitungen, Störungen, Maßnahmenplan

Bericht vollständig; Abweichungen/Fristverletzungen mit Gegenmaßnahmen; Versand/Archiv DMS

DOK‑14

monatlich

02.03.2026

Regelbetrieb

Quartalsreport Elektrosicherheit

KPI‑Dashboard (Prüfquote, Mängelquote, SLA‑Einhaltung, Unterweisungsquote), Risiko‑Update

KPIs erzeugt aus Registern; Maßnahmenstatus nachvollziehbar; Review-Protokoll

DOK‑14

quartalsweise

03.03.2026

Regelbetrieb

Quartalsweiser Vor‑Ort‑Audit/Begehung

Begehungsbericht (Checkliste), Abweichungen, Sofortmaßnahmen

min. [n] Anlagen/Verteilungen/Technikräume beprobt; Maßnahmen in Register überführt

DOK‑09, DOK‑14

quartalsweise

04.03.2026

Regelbetrieb

Jahres‑Management‑Review

Jahresbericht: Wirksamkeit, Ressourcen, Änderungen, wesentliche Ereignisse, Verbesserungsplan

Management‑Review unterschrieben; Maßnahmenplan für Folgejahr genehmigt

DOK‑15

jährlich

05.03.2026

Regelbetrieb

Change‑ und Projektbegleitung

Review von elektrotechnisch relevanten Changes (Umbau/Erweiterung), Abnahmeanforderungen, As‑Built

Change‑Prozess angewandt; Abnahme-/Prüfnachweise vor Wiederinbetriebnahme vorhanden

DOK‑06, DOK‑08, DOK‑18 (As‑Built)

laufend

Hinweis zu LV‑Pos. 3.5 („Change/Projektbegleitung“) als Pflichtposition

Änderungen und Instandsetzungen sind sicher zu organisieren und vor (Wieder‑)Inbetriebnahme sind Prüf-/Abnahmeanforderungen sicherzustellen; dies korrespondiert mit Prüf‑ und Instandhaltungspflichten und der DGUV‑V3‑Logik „Prüfung nach Änderung/Instandsetzung vor Wiederinbetriebnahme“.

Service Levels und Verfügbarkeitsanforderungen

Ein Klinikum erfordert wegen 24/7‑Betrieb und patienten-/brandschutzkritischer Funktionen eine vertraglich klare Reaktions- und Präsenzlogik. Instandhaltung ist unverzüglich durchzuführen; außerdem müssen Arbeits- und Koordinationsprozesse bei Fremdfirmen sicher funktionieren.

SLA‑Tabelle

Ereignistyp (Beispiele)

Definition „kritisch“

Erstreaktion (remote/telefonisch)

Mindestverfügbarkeit

S0

Akute Gefährdung

Zustand, der Nutzungsverbot/Sperrung erfordert (dringende Gefahr), z. B. fehlender Berührungsschutz, Kurzschlussfolgen

≤ 30 min

≤ 2 h

≤ 4–6 h

24/7 Rufbereitschaft

S1

Versorgung kritisch

Ausfall/Instabilität kritischer Versorgungsbereiche oder Sicherheitsstromkreise (z. B. Sicherheitsbeleuchtung/Brandschutzverbraucher)

≤ 60 min

≤ 4 h

≤ 8 h

24/7 Rufbereitschaft

S2

Betrieb hoch

Wiederkehrende Schutzorganauslösungen, Instabilität NS‑Unterverteilungen, Störung mit hohem Betriebsrisiko

≤ 4 h

≤ 24 h

≤ 2 AT

Werktags + definierte Bereitschaft

S3

Routine

Dokumente/Änderungen/Review ohne unmittelbares Sicherheitsrisiko

≤ 2 AT

≤ 5 AT

nach Vereinbarung

Werktags

SLA‑Nachweisführung

SLA‑Einhaltung ist im Quartalsreport aus Ticket-/Einsatzdaten zu belegen (Zeitstempel, Maßnahmen, Ergebnis, Lessons Learned). Dies stützt die allgemeine Pflicht zur Wirksamkeitskontrolle und Dokumentation.

Qualifikations-, Erfahrungs- und Verfügbarkeitsanforderungen als LV‑Bestandteil

Damit die externe gVEFK‑Leistung wirksam delegierbar ist, müssen Fachkunde, Zuverlässigkeit, Scope und Befugnisse eindeutig und nachweisbar geregelt sein. Pflichtenübertragung muss Verantwortungsbereich/Befugnisse festlegen und schriftlich dokumentiert sein.

Mindestanforderungen, die der Auftragnehmer über die Laufzeit erfüllen muss

  • gVEFK (Person): Abschluss und Qualifikationsprofil gemäß DIN VDE 1000‑10 (im Vergabetext als Mindeststandard zu fordern; konkrete Belege: Urkunden, CV, Fortbildungsnachweise).

  • Erfahrung: Nachweis von mind. Jahren einschlägiger Praxis in Betrieb/Organisation elektrischer Anlagen nach DIN VDE 0105‑100 sowie mindestens Referenzen in kritischer Infrastruktur/Klinikbetrieb (die Rollen- und Prozessorganisation ist Kern der Norm).

  • Stellvertretung: namentlich benannt, gleicher Qualifikationsrahmen, definierte Erreichbarkeit, keine „Lücke bei Urlaub/Krankheit“. (Organisationspflicht-/Nachweislogik aus ArbSchG/BetrSichV).

  • Fortbildungspflicht: mind. h/Jahr pro Person; Pflicht zur Information bei relevanten Norm-/TRBS‑Änderungen und Aktualisierung von Prozessen/GBU. TRBS‑Regelwerk wird fortgeschrieben (z. B. TRBS 1201 zuletzt geändert in 2025; TRBS 1111 korrigiert 2025).

  • Prüfwesen: Wenn der Auftragnehmer Prüfungen selbst durchführt, sind konkrete befähigte Personen nach TRBS 1203 zu benennen; andernfalls ist sicherzustellen, dass Prüfrollen intern/extern qualifiziert beauftragt sind und die gVEFK die Systemverantwortung (Planung/Qualität) übernimmt.

Optionale Leistungen

Optionale Leistungen sind als gesondert bepreiste LV‑Positionen sinnvoll, um transparente Angebotswertung zu ermöglichen.

Optionale Leistungen sind als gesondert bepreiste LV‑Positionen sinnvoll, um transparente Angebotswertung zu ermöglichen.

Option

Leistungsposition

Ergebnis / Deliverables

Abnahmekriterien

Nachweise/Doku

Frist/Turnus

O‑1

AuS‑Governance (Arbeiten unter Spannung)

Entscheidungsvorlage „AuS zulässig/zulässig nur in Fällen/grundsätzlich untersagt“, Arbeitsanweisung, Freigabeprozess, Qualifikations-/Ausrüstungsnachweise

Arbeitsanweisung liegt vor; Freigabeformular genutzt; Ausbildung/Erste‑Hilfe‑Anforderungen berücksichtigt; Umsetzung in Stichprobe nachweisbar

AuS‑SOP, Freigabeprotokolle, Schulungsnachweise

bis T0+6 Monate; jährlicher Review

O‑2

Störlichtbogen‑Assessment & PSAgS‑Konzept

Bewertung thermischer Störlichtbogengefährdung in relevanten Anlagen, Maßnahmenplan (TOP), PSAgS‑Matrix, Unterweisung

Assessment nachvollziehbar; Maßnahmen priorisiert; PSA‑Matrix etabliert; Unterweisung durchgeführt

Bericht, PSA‑Matrix, Unterweisungsnachweise

bis T0+6 Monate; Update bei Änderungen

O‑3

Unterstützung Behörden-/UVT‑Begehungen/Audits

Audit‑Begleitung, Stellungnahmen, Maßnahmenplan, Nachweisführung

Protokolle, Maßnahmen, Fristtracking

Auditbericht, Maßnahmenregister, Nachweise

nach Bedarf

O‑4

Erweiterte Projektbegleitung (Neubau/Umbau, Inbetriebnahme)

Prüf-/Abnahmeplan, Abnahmekriterien, As‑Built‑Dokumentationspaket

Abnahmeplan erfüllt; As‑Built vollständig; Prüfprotokolle vor Wiederinbetriebnahme

Abnahmeprotokolle, DMS‑Links

projektbezogen

Normative Einordnung der Optionen:

  • AuS erfordert Gefährdungsbeurteilung, dokumentierte Arbeitsanweisung/Schutzmaßnahmen; DGUV Regel 103‑011 konkretisiert dies.

  • Störlichtbogenbewertung und Auswahl geeigneter PSAgS werden durch DGUV Information 203‑077 als Handlungsanleitung unterstützt.