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Elektrische Sicherheit: Liste der Gefährdungsbeurteilungen

Facility Management: Elektrische Sicherheit » Organisation » Gefährdungsbeurteilung » Liste der Gefährdungsbeurteilungen

Gefährdungsbeurteilungs-Katalog für elektrische Anlagen und organisatorische Elektrosicherheitsrisiken

Gefährdungsbeurteilungs-Katalog für elektrische Anlagen und organisatorische Elektrosicherheitsrisiken

Ein Unternehmen muss elektrische Sicherheit nicht nur technisch, sondern als beherrschtes System aus Verantwortung, Verfahren, Qualifikation, Prüf- und Instandhaltungsorganisation sicherstellen. Rechtsgrundlage dafür ist, dass der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen beurteilen, erforderliche Maßnahmen festlegen, deren Wirksamkeit prüfen und die Ergebnisse dokumentieren muss. Für Arbeitsmittel und Anlagen gilt ergänzend die Betriebssicherheitslogik: Vor Verwendung sind Gefährdungen zu beurteilen, Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik festzulegen und regelmäßig zu überprüfen; außerdem sind Art/Umfang sowie Fristen wiederkehrender Prüfungen festzulegen und Prüfungen grundsätzlich zu dokumentieren.

Für elektrische Anlagen und Betriebsmittel konkretisiert die Unfallverhütungsvorschrift (DGUV Vorschrift 3) den Rahmen in Richtung „elektrotechnische Regeln“, Qualifikationen (Elektrofachkraft), Prüfungen (Erst- und Wiederholungsprüfungen) sowie Prüffrist-Richtwerte (Tabellen). In besonderen Situationen (z. B. kritische Versorgungen, die nicht abschaltbar sind) sind normkonforme Prüfstrategien und organisatorische Vorgehensweisen erforderlich.

Damit wird klar: Eine „umfassende Liste aller Gefährdungsbeurteilungen“ ist sinnvoll als GBU‑Register zu konzipieren: jede Anlage/Anlagengruppe als eigener GBU‑Baustein plus querschnittliche GBU‑Bausteine zu Organisation, Qualifikation, Fremdfirmen, Änderung/Erweiterung, Störungs- und Notfallmanagement.

Übersicht dokumentierter Gefährdungsbeurteilungen für elektrische Betriebsbereiche

DIN 276 als Strukturierungsrahmen

DIN 276 ist eine Kostenstruktur für Bauwerke. Für ein Klinikum ist sie als Ordnungsprinzip dennoch hochpraktisch, weil sie den gesamten technischen Ausbau (KG 400) bis in Untergruppen differenziert und damit ein belastbares Raster für Inventarisierung, Verantwortungszuordnung und GBU‑Pflege bietet.

Die Untergruppen der KG 400 (Technische Anlagen) umfassen u. a.:

  • 410 Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen

  • 420 Wärmeversorgungsanlagen

  • 430 Raumlufttechnische Anlagen

  • 440 Elektrische Anlagen (u. a. Hoch-/Mittelspannung, Eigenstromversorgung, NS-Schaltanlagen, Installationsanlagen, Beleuchtung, Blitzschutz/Erdung)

  • 450 Kommunikations-, sicherheits- und informationstechnische Anlagen (u. a. Telekommunikation, Signalanlagen, Gefahrenmelde- und Alarmanlagen, Datenübertragungsnetze)

  • 460 Förderanlagen (u. a. Aufzüge, Transportanlagen)

  • 470 Nutzungsspezifische und verfahrenstechnische Anlagen (u. a. Küchen-, Wäscherei-, Medizin-/Labortechnik, Medienversorgung, Feuerlöschanlagen)

  • 480 Gebäude- und Anlagenautomation (u. a. Automationseinrichtungen, Schaltschränke, Management, Netze).

Zusätzlich ist im Klinikum typischerweise KG 600 (Ausstattung) relevant, weil große Teile der elektrischen Risiken aus Nutzer‑ und Medizintechnik (medizinische elektrische Geräte/Systeme, IT‑Ausstattung) entstehen.

Methodik zur Erstellung einer vollständigen GBU-Liste

Eine „vollständige GBU‑Liste“ entsteht nicht durch Aufzählen einzelner Geräte, sondern durch ein reproduzierbares Verfahren, das alle Gefährdungsquellen erfasst und laufend aktuell hält:

GBU Liste Methodik

  • Erstens wird ein Anlagen- und Betriebsmittelverzeichnis aufgebaut und nach DIN 276 gruppiert (inkl. Standort, Versorgungsbereich, Kritikalität, Schnittstellen zu Patientenversorgung). Die spätere GBU‑Pflege ist ohne ein solches Register erfahrungsgemäß nicht dauerhaft robust.

  • Zweitens werden Gefährdungen systematisch ermittelt: arbeitsmittelbezogen (BetrSichV/TRBS), tätigkeitsbezogen (z. B. Schalthandlungen, Wartung, Reinigung) und organisationsbezogen (Zuständigkeiten, Qualifikation, Dokumentation, Fremdfirmen, Notfälle). Die BAuA beschreibt Gefährdungsbeurteilung als systematische Ermittlung/Bewertung; TRBS 1111 ist hierfür zentrale Konkretisierung im BetrSichV‑Kontext.

  • Drittens wird pro GBU‑Baustein das TOP‑Prinzip angewandt (technisch vor organisatorisch vor personenbezogen), wie es im BetrSichV‑Rahmen ausdrücklich verankert ist.

  • Viertens werden Rollenzuordnung und sichere Betriebsorganisation verbindlich gemacht: Für den Betrieb elektrischer Anlagen ist die Beauftragungskette (Anlagenbetreiber → Anlagenverantwortlicher → Arbeitsverantwortlicher) ein Kernprinzip; zusätzlich kommt im Unternehmen typischerweise die fachliche Leitungs-/Aufsichtsfunktion der verantwortlichen Elektrofachkraft (VEFK) hinzu.

  • Fünftens wird der besondere Kontext eingearbeitet: medizinisch genutzte Bereiche (VDE 0100‑710) und sicherheitsrelevante Stromversorgung (VDE 0100‑560/710) stellen höhere Anforderungen an Verfügbarkeit, Prüfung, Umschaltzeiten und Betriebsprozesse, weil Patientensicherheit und Versorgungskontinuität betroffen sind.

Krankenhaus-spezifische Risikotreiber für technische und organisatorische Gefährdungen

Die elektrischen Risiken sind häufig systemisch: Nicht der einzelne Defekt allein ist kritisch, sondern die Kombination aus hoher Belegung, 24/7‑Betrieb, vielen Schnittstellen und der Tatsache, dass Ausfälle unmittelbar in Patientengefährdung übersetzen können (z. B. Intensiv/OP, zentrale IT, Rufanlagen, Brandmelde- und Sprachalarmierung). Die Normen- und Regelwerkslage spiegelt das, indem sie für medizinisch genutzte Bereiche besondere Anforderungen formuliert (VDE 0100‑710) und für Sicherheitszwecke Anforderungen an Stromquellen und Stromkreise beschreibt (VDE 0100‑560).

Auffällig häufige organisatorische Hauptursachen in Kliniken sind:

  • unklare oder nicht gelebte Verantwortungszuordnung (fehlende/unklare Betreiber‑, Anlagen‑ und Arbeitsverantwortung; fehlende VEFK‑Delegation),

  • lückenhafte Dokumentation/As‑Built‑Pläne,

  • nicht beherrschte Änderung/Erweiterung (Umbauten im laufenden Betrieb),

  • nicht belastbare Prüf- und Instandhaltungsplanung (Termine, Befähigung, Prüfumfang),

  • Fremdfirmenkoordination (Schalten, Freischalten, Zutritt, Übergaben),

  • mangelhafte Vorbereitung von Abschaltungen bzw. „Nicht‑Abschaltbarkeit“ ohne gleichwertiges Sicherheitskonzept.

Zusätzliche klinikspezifische technische Schwerpunkte sind:

  • medizinische IT‑Systeme (ungeerdete Stromversorgung/Isolationsüberwachung in definierten Anwendungen),

  • Not‑/Sicherheitsstromversorgung inkl. Umschaltzeiten und Priorisierung der Verbraucher,

  • Prüfregime und Qualifikation für medizinische elektrische Geräte/Systeme (DIN EN 62353) sowie Betreiberpflichten nach MPBetreibV (u. a. STK‑Fristen).

  • Störlichtbogenrisiken in energiereichen Verteilungen/Schaltanlagen und daraus abgeleitete Schutzmaßnahmen/PSA‑Strategie.

  • sicherheitsfunktionale Kommunikations- und Alarmierungssysteme (Rufanlagen, Brandmeldeanlagen, Sprachalarmierung) als Teil der Patientensicherheit.

Gefährdungsbeurteilungs-Katalog nach DIN 276 - Leselogik der Priorität:

  • A = kritisch (Patientensicherheit / Rechts- und Ausfallsicherheit; sofort zu priorisieren)

  • B = hoch (erhebliche Gefährdung, Brand-/Betriebsrisiko; kurzfristig)

  • C = mittel (wichtige Standardisierung/Optimierung; mittelfristig)

  • D = niedrig (ergänzend, nachrangig – sofern A/B/C stabil laufen)

Tabelle

Kostengruppe

Anlage/Anlagentyp

Technische Gefährdungen

Organisatorische Gefährdungen

Empfohlene Schutzmaßnahmen (TOP-orientiert)

Verantwortliche Rolle

Priorität

410

Trinkwasser-Druckerhöhung, Pumpen, Steuerungen

Stromschlag (Feuchte), Isolationsfehler; Brand in Schaltschrank; Ausfall → Hygiene/Versorgung

fehlende Abschalt-/Sperrprozesse; unklare Instandhaltungszuständigkeit; fehlende Prüfplanung

IP-/Berührungsschutz; RCD-konforme Stromkreise; Wartungs-/Prüfplan; Freischalt-/Arbeitsfreigabe

Technische Leitung / VEFK

B

410

Abwasserhebeanlagen, Pumpensümpfe

Stromschlag in Nassbereichen; Korrosion; Ausfall → Rückstau/Infektions-/Hygienerisiko

fehlende Zutritts- und Arbeitsfreigaben; keine Unterweisung „Arbeiten in Nassräumen“

RCD/Schutzpotentialausgleich; sichere Arbeitsmittel; Sperr-/Warnkonzept; Notfallverfahren bei Ausfall

Technische Leitung / VEFK

B

410

Gebäude-Gasanlagen (Erdgas), Gasdruckregelung mit elektr. Komponenten

Zündgefahr/Explosionsfolge bei Defekt; Ausfall sicherheitsrelevant (Heizung)

fehlende Koordination Gas/Elektro; unklare Zuständigkeit bei Störung

Ex-/Zündquellenbewertung; Wartung/Inspektion; klare Störungs-/Alarmkette; Fremdfirmenmanagement

Technische Leitung

B

420

Wärmeerzeugung (Kessel, BHKW elektr. Teile), Schaltschränke

Stromschlag; Störlichtbogen/Schaltfehler; Brand; Ausfall → Versorgungskritik (Wärme)

fehlende Schaltberechtigungen; unklare Betreiber-/Anlagenverantwortung

Schalt-/Arbeitsfreigabe nach Rollenmodell; Wartung/Inspektion; Zugriffsschutz; Ersatz-/Notbetrieb planen

Anlagenbetreiber/VEFK

B

420

Wärmeverteilnetze, Pumpengruppen, Frequenzumrichter

elektrische Gefährdung bei Wartung; EMV/Störungen; Brand durch Überhitzung

fehlende Dokumentation/Schaltpläne; keine standardisierte Änderungskontrolle

Instandhaltungsanweisung; Dokument- und Änderungsmanagement; Prüf-/Messkonzept

Technische Leitung / VEFK

C

420

Verkehrsheizflächen (Eingänge/Anfahrten), elektrische Heizsysteme

Stromschlag (Außen/Feuchte); Isolationsdefekt; Brand

unklare Winterdienst-/Betriebsverantwortung; fehlende Prüfintervalle

geeignete Schutztechnik (RCD/Überwachung); wiederkehrende Prüfung; Betriebsanweisung

Technische Leitung / VEFK

C

430

OP-/Intensiv-Lüftung (RLT, Ventilatoren, EC Motoren, Steuerungen)

Stromschlag; Ausfall → Patientengefährdung; Brand in Antrieben

fehlende Kritikalitätsklassifizierung; Wartung nicht klinikkoordiniert (Abschaltungen)

Kritikalitätsmatrix; Redundanz-/Notbetrieb prüfen; Wartungsfenster mit Klinikbetrieb; Monitoring/Alarmierung

Technische Leitung / Medizintechnik / VEFK

A

430

Kälteanlagen/Chiller (elektrische Komponenten)

Stromschlag; Brand; Ausfall → OP Klimastabilität/IT-Kühlung

fehlendes Last-/Redundanzkonzept; unklare Störungskette

Redundanzplanung; Wartungs-/Prüfplan; Alarmierung an Leitwarte; dokumentierte Notfallprozesse

Technische Leitung / VEFK

B

430

RLT Schaltschränke, Feldgeräte

Berührungsspannung; Störlichtbogen im Schaltschrank; Brand

unkontrollierte Parametrierung; fehlende Freigabeprozesse für Softwareänderungen

Zugriffskontrollen; Change Management; Prüf-/Abnahmeprozesse nach Änderungen

Automation / VEFK

B

440

Hoch-/Mittelspannung: Einspeisung, Schaltanlage, Trafo

tödlicher Stromschlag; Störlichtbogen; Schalthandlungsrisiko; Großausfall Klinikum

unklare Schaltberechtigung; fehlende Betriebsanweisungen; unzureichende Übung/Notfallprozesse

Rollen-/Schaltberechtigung; Schalt-/Arbeitsfreigaben; Schaltanweisungen; Störlichtbogenbewertung/PSA; Notfallübungen

Anlagenbetreiber / VEFK

A

440

NS Hauptverteilung, Hauptschaltanlage

Störlichtbogen; Brand (Lockere Klemmen/Überlast); Ausfall kritischer Bereiche

fehlende Selektivitäts-/Lastdokumentation; fehlende Thermografie-/Zustandsprüfstrategie

Selektivität/Lastmanagement; gezielte Zustandsüberwachung; dokumentierte Prüf-/Instandhaltung; Abschaltplanung

Anlagenbetreiber / VEFK

A

440

Unterverteilungen (Stationen, Funktionsbereiche)

Stromschlag/Überhitzung; Ausfall lokaler Bereiche

fehlende Beschriftung/Planstand; unklare Zuständigkeit bei Umbauten

Stromkreiskennzeichnung; Planpflege; Änderungs-/Abnahmeprozess; regelmäßige Sicht-/Funktionskontrollen

Technische Leitung / VEFK

B

440

Niederspannungsinstallationsanlagen (Kabeltrassen, Steckdosen, Geräteanschlüsse)

elektrischer Schlag (Personal/Patient); Brand; mechanische Beschädigung/Quetschungen

fehlende Regelung Mehrfachsteckdosen/Verlängerungen; fehlende Sichtkontrollen auf Station

Standard: keine „Kaskaden“; Stationsbegehungen; sichere Steckdosen-/Lastkonzepte; Unterweisung Pflege/Haustechnik

VEFK / Stationsleitung

A

440

RCD-/Schutzmaßnahmen in stationären Anlagen

Personengefährdung bei Ausfall; falsch dimensionierte/fehlauslösende RCDs

fehlende Prüforganisation; keine Nachweisführung

Prüffristen und Funktionstest-Konzept; Dokumentation; gezielte RCD-Auswahl je Bereich

VEFK / Befähigte Person

A

440

Fehlerstrom-, Differenzstrom- und Fehlerspannungs-Schutzeinrichtungen

Schutzversagen bei Nichtfunktion; Fehlauslösung kann Versorgung stören

nicht durchgeführte Prüftasten-/Wiederholprüfungen im Betrieb

Nutzerfunktionstest-Prozess (wo zulässig); messtechnische Prüfung im Prüfsystem

VEFK / Haustechnik

A

440

Eigenstromversorgung: Netzersatzanlage (Dieselgenerator) und Umschaltung

Ausfall → Patientengefährdung; Rückspeisung; Brand im Aggregatraum

Wartung/Probeläufe nicht geregelt; fehlende Lasttests; unklare Priorisierung Verbraucher

Probelauf-/Lasttestplan; Umschaltlogik dokumentieren; Verbraucherliste/Lastabwurf; Notbetriebsverfahren

Technische Leitung / VEFK

A

440

Eigenstromversorgung: zentrale USV-Systeme

Batterierisiken; Ausfall IT/Medizinversorgung; Brand/thermisches Ereignis

fehlendes Batteriemanagement; fehlende Ersatzteil-/Lifecycle-Planung

Battery Maintenance; Monitoring/Alarmierung; Ersatzkonzept; Wartungsverträge

IT Leitung / Technische Leitung

A

440

„Medizinisches IT System“ in medizinisch genutzten Bereichen

Schutzprinzipfehler → Patientengefährdung; Isolationsfehler bleibt unentdeckt; Versorgungsausfall

fehlende Alarmprozesskette bei Isolationsalarm; unzureichende Prüffähigkeit ohne Abschaltung

Isolationsüberwachung/Alarmmanagement; abgestimmte Prüfstrategie; Einweisung klinischer Bereiche; klare Zuständigkeit (MedTech/Elektro)

VEFK / Medizintechnik

A

440

Zusätzlicher Potentialausgleich in Patientenumgebung

Berührspannungen im Fehlerfall; Ableitstromprobleme

fehlende Dokumentation „Patientenumgebung“; Umbauten ohne Nachführung

Potentialausgleichskonzept; Abnahme nach Änderungen; regelmäßige Sicht-/Messkontrolle

VEFK / Medizintechnik

A

440

Beleuchtungsanlagen allgemein

Stromschlag bei Wartung; Brand; Ausfall als Arbeits-/Wegeunfalltreiber

unklare Wartungs-/Ersatzteilprozesse

Instandhaltungsplan; sichere Arbeitsverfahren; Dokumentation

Technische Leitung / VEFK

C

440

Sicherheitsbeleuchtung / Notbeleuchtung (inkl. OP relevanter Beleuchtung)

Ausfall → Evakuierungs-/Behandlungsrisiko

Tests nicht dokumentiert; Verantwortlichkeit Brandschutz/Technik unklar

Prüf-/Testregime; klare Betreiberprozesse; Störungsmanagement

Brandschutz / Technische Leitung

A

440

Blitzschutz- und Erdungsanlagen

Überspannung → Ausfälle/Brände; Berühr-/Schrittspannung

fehlende Prüf- und Nachweisführung; Änderungen ohne Erdungskonzept

Erdungs-/Überspannungsschutzkonzept; regelmäßige Prüfung/Inspektion; Planpflege

VEFK / Externe Fachfirma

B

440

Überspannungsschutz (SPD) in Verteilungen

Geräteschäden, Ausfälle kritischer Systeme

fehlende Wartung/Statuskontrolle der SPD; keine Ersatzstrategie

SPD Konzept & Ersatzteilhaltung; regelmäßige Sichtkontrolle/Statusprüfung; Dokumentation

VEFK / Haustechnik

B

440

Provisorische elektrische Anlagen (Umbau im Bestand, Interimslösungen)

erhöhte Fehler- und Brandwahrscheinlichkeit; fehlender Berührungsschutz

ungeklärte Freigaben; unzureichende Abnahmen vor Nutzung; Schnittstelle zu Klinikbetrieb

Provisorien-Regelwerk; Abnahme/Prüfung vor Nutzung; begrenzte Laufzeit/Review; eindeutige Kennzeichnung

Projektleitung / VEFK

A

450

Datenübertragungsnetze (LAN, Glasfaser, Patchfelder, aktive Technik – soweit KG 450/480)

Stromversorgung/PoE Risiken; Brandlast im Technikraum; Ausfall → klinischer Betrieb

fehlende Kritikalitätsklassifizierung (KIS, PACS); fehlende Notfallprozesse

Kritikalitätsmatrix; redundante Wege/Netzteile; Brandschutz/Ordnung im Technikraum; Change Management

IT Leitung / Technische Leitung

A

450

Telekommunikationsanlagen (TK, DECT, interne Telefonie)

Ausfall Kommunikation in Notfällen

unklare Zuständigkeit IT vs. Technik; keine Redundanz

Notfallkommunikationskonzept; regelmäßige Tests; Dokumentation

IT Leitung

B

450

Such- und Signalanlagen (Paging, Alarmserver)

Ausfall Alarmierung/Personalbindung

fehlendes Testregime; keine Eskalationswege

Testplan; Alarmketten dokumentieren; regelmäßige Übungen

IT / Pflegeleitung

A

450

Rufanlagen (Patientenruf/Notruf)

Ausfall → Patientengefährdung; Fehlfunktion/Fehlalarm

unklarer Betreiberprozess; unzureichende Prüfung/Änderungssteuerung

normkonforme Planung/Betrieb/Prüfung; Störungsbehandlung definiert; Verantwortliche Fachrolle benennen

Betreiber / IT / Technik

A

450

Zeitdienstanlagen (Masterclock, Zeitsynchronisation)

falsche Zeit → Medikations-/Dokufehlerrisiko, Alarm-Zeitstempel falsch

fehlendes Monitoring; kein Change Management

Monitoring; definierte Verantwortlichkeit; Redundanz/Backup

IT Leitung

B

450

Elektroakustische Anlagen / Durchsagen (inkl. Evakuierung)

Ausfall Alarmierung im Brandfall

keine regelmäßigen Funktionstests; unklare Betreiberrolle

Prüf-/Testkonzept; Schnittstelle BMA/SAA sauber dokumentieren; Wartungsverträge

Brandschutz / Technik

A

450

Audiovisuelle Medien- und Antennenanlagen

elektrische Risiken bei Wartung; Ausfall sekundär

fehlende Dokumentation; unklare Zuständigkeit

Dokumentation; sichere Arbeitsverfahren

IT / Technik

D

450

Gefahrenmelde- und Alarmanlagen: Brandmeldeanlage (BMA)

Ausfall → lebensgefährlich (Brandfrüherkennung); Fehlauslösung → Betriebsstörung/Einsatzfolgen

Betreiberpflichten unklar; Inspektion/Wartung/Änderung nicht gesteuert

Betreiberorganisation gemäß normativer Wechselwirkung; regelmäßige Wartung/Inspektion; klarer Änderungsprozess

Brandschutz / Betreiber

A

450

Sprachalarmierung (SAA) / Alarmierungsanlagen

Ausfall → Evakuierungs-/Personengefahr

fehlende Funktionsprüfungen/Abnahmen; Schnittstellen nicht getestet

Prüf-/Testregime; definierte Verantwortlichkeit; Übung/Proben

Brandschutz / Betreiber

A

450

Zutrittskontrolle (Türen, Schleusen, elektromech. Verriegelungen)

Ausfall → Schutz kritischer Bereiche beeinträchtigt; Fluchtwegschnittstellen

unklare Rechte-/Rollenkonzepte; Fremdfirmenzugriff

Berechtigungskonzept; Notfallöffnung; Wartungs- und Änderungsmanagement

Sicherheit / Technik / IT

B

450

Videoüberwachung (CCTV)

Ausfall Sicherheitslage; elektrische Risiken in Technikräumen

Datenschutz/Verantwortung unklar; fehlende Wartung

Rollen & Prozesse; Wartung; Notfallverfahren

Sicherheit / IT

C

450

Einbruch-/Überfallmeldesysteme

Ausfall → Sicherheitslage; Fehlalarme

Betreiberprozesse nicht definiert; fehlende Prüfungen

Wartungs- und Alarmmanagement; Schnittstellenübungen

Sicherheit / Technik

B

460

Aufzugsanlagen (Personen-/Bettenaufzüge)

Stromschlag bei Wartung; Personenbefreiung bei Ausfall; Brandlast in Schacht

Notruf-/Befreiungsorganisation unklar; Wartungsnachweise/Prüfpflichten nicht gesteuert

Wartungs-/Prüfmanagement; Notbefreiungskonzept; klare Alarmierung (Leitstelle)

Technische Leitung

A

460

Transportanlagen (z. B. Rohrpost, Fördertechnik)

elektrische Gefährdung; Brand; Ausfall → Kliniklogistik gestört

fehlende Notfalllogistik; unklare Zuständigkeiten

Wartung/Prüfung; Notfallprozesse für Versorgung/Probenlogistik

Technik / Logistik

B

460

Kran-/Hebetechnik (sofern vorhanden)

elektrische Gefährdung; Lastabsturz durch Steuerungsfehler

fehlende Einweisung/Unterweisung; Wartung nicht geplant

Betriebsanweisung; Prüf-/Wartungsregime; Unterweisung

Technik

B

470

Küchentechnische Anlagen (Großküche, Spültechnik, elektrische Großverbraucher)

Stromschlag (Feuchte); Brand (Fett/Hitze); Ausfall Versorgung

fehlende Reinigungs-/Sperrprozesse; Lastmanagement unklar

getrennte Stromkreise; RCD-Konzept; Reinigungsanweisungen; Brandprävention; Wartung

Technik / Küchenleitung / VEFK

B

470

Wäscherei-/Reinigungs- und Badetechnik

Stromschlag (Nassbereich); Überhitzung/Brand; Ausfall Hygieneprozesse

fehlende Unterweisung; unklare Instandhaltungsprozesse

elektrische Schutztechnik; Wartung; Prozesskoordination mit Hygiene

Technik / Hygiene / VEFK

B

470

Medienversorgung: medizinische Gasversorgung (mit elektrischen Komponenten)

Ausfall → Patientengefährdung; Zünd-/Brandrisiken; Alarmierungsbedarf

Zuständigkeit Technik/Medizin unklar; fehlende Alarmkette

Redundanz/Notbetrieb; Alarmmanagement; Wartung/Inspektion; klare Verantwortungszuordnung

Technik / Medizintechnik

A

470

Labor-/Medientechnik (z. B. Druckluft/Vakuum, Reinstwasser)

Stromschlag; Ausfall → Diagnostikstörungen; Brand in Steuerungen

fehlende Kritikalitätsbewertung; Wartung ohne Nutzerkoordination

Kritikalitätsmatrix; Wartungsfenster; Störungskette; Dokumentation

Technik / Laborleitung

B

470

Feuerlöschanlagen (Pumpen, Steuerungen)

Ausfall im Brandfall; elektrische Gefährdung in Pumpenräumen

Prüf-/Wartungsprozesse nicht integriert; Notstromzuordnung unklar

Anbindung an Sicherheitsstrom (wo gefordert); Wartung/Test; Dokumentation

Brandschutz / Technik

A

470

Prozesswärme/-kälte/-luft (z. B. Sterilisation/CSSD, Reinraumtechnikanteile)

Ausfall → Patientensicherheit (Sterilgut); elektrische Gefährdung bei Wartung

Änderungssteuerung in hygienekritischen Bereichen unzureichend

definierte Reinigungs-/Freigabeprozesse; Wartungsfenster; Prüf-/Abnahme

Technik / Hygiene / CSSD-Leitung

A

470

Weitere nutzungsspezifische Anlagen (OP Tore, automatische Türen, Schleusen)

Quetsch-/Stromgefahren; Ausfall → Betriebsstörung

fehlende Prüf- und Störorganisation

Wartung/Prüfung; Notöffnung; klare Betreiberprozesse

Technik

B

480

Gebäudeleittechnik (GLT), Automationsmanagement, SCADA

Fehlsteuerung → Sicherheitsrisiko (RLT, Notstrom); Ausfall Monitoring/Alarmierung

unkontrollierte Änderungen (Software/Parameter); fehlende Zugriffskontrollen

Change Management; Rollen/Berechtigungen; Protokollierung; Tests vor Live Schaltung

Automation / IT / Technik

A

480

Automationsschaltschränke, Automationsschwerpunkte

Störlichtbogen/Brand; Berührungsrisiko

fehlende Wartung; fehlende Plan-/Versionierung

Instandhaltung; thermische/visuelle Kontrollen; Dokumentation (Version)

Automation / VEFK

B

480

Feldbus-/Datenübertragungsnetze der Automation

Kommunikationsausfall → Anlagenstillstand; EMV Probleme

keine Netzsegmentierung/kein Störungsprozess

Netzkonzept; Monitoring; geregelte Änderungen

Automation / IT

B

490

Baustelleneinrichtung / Provisorien (technische Anlagen)

erhöhte elektrische Risiken; Überlast; fehlende Schutzmaßnahmen

Verantwortungsdiffusion zwischen Bau/Technik; fehlende Abnahme

klarer Betreiber der Provisorien; Erst-/Wiederholprüfung; Zutritt/Arbeitsfreigabe

Projektleitung / VEFK

A

600

Allgemeine Ausstattung (Büro/Station: kleine Geräte, Ladegeräte)

Stromschlag/Brand (Defekte, Billiggeräte); Überlast Mehrfachsteckdosen

Fehlgebrauch; keine Regel „Privatgeräte/Patientengeräte“

Beschaffungsregeln; Sichtkontrollen; konsequente Aussonderung; Unterweisung

Stationsleitung / Technik

B

600

Besondere Ausstattung: Medizinprodukte (Anlage 1 Produkte mit STK Pflichten)

Patientengefährdung durch elektrische/operative Fehlfunktionen

STK/MTK nicht fristgerecht; unklare Betreiber-/Anwenderverantwortung

STK Planung & Nachweise; Einweisungsmanagement; Gerätelogbuch

Medizintechnik / Betreiber

A

600

Besondere Ausstattung: Medizinische elektrische Geräte/Systeme (allg. elektrische Sicherheit nach DIN EN 62353)

Ableitströme; Stromschlag; Funktionsausfall

fehlende Wiederholprüfstrategie; unklare Prüfbefähigung

Prüfkonzept nach 62353; Prüffristen aus Erfahrung/GBU; qualifizierte Prüfer

Medizintechnik

A

600

Patientennahes Equipment: Betten, Patientenlifter, Hubwannen

Stromschlag; mechanisch-elektrische Kombirisiken

fehlende Zuständigkeit Pflege/Technik; Nutzung ohne Sichtprüfung

Prüf-/Wartungsplan; Nutzerunterweisung; Sperrprozess bei Mängeln

Medizintechnik / Pflegeleitung

A

600

OP Ausstattung: OP Leuchten, Deckenversorgungen, HF Chirurgie

Patientengefährdung; Ausfall in kritischen Momenten; Ableitströme

fehlende Schnittstelle Notstrom/USV; unzureichende Einweisung

Kritikalitätsklassifizierung; abgestimmte Versorgungsketten; Prüf-/Wartung; SOP bei Alarm/Ausfall

Medizintechnik / OP Leitung

A

600

Intensiv-/Überwachung: Beatmung, Monitoring, Infusion/Perfusoren

Ausfall/Fehlfunktion patientenkritisch

Gerätepark/Prüfstatus unübersichtlich; keine Ersatz-/Tauschlogik

Gerätepool-Management; Prüfstatus sichtbar; Ersatz-/Notfallkonzept

Medizintechnik / Intensivleitung

A

600

Bildgebung/Diagnostik (CT/MRT/Angio – elektrische Versorgung/Peripherie)

hohe Anschlussleistungen; EMV; Ausfall → Versorgungskritik

Change-/Wartungsfenster nicht klinikkoordiniert

Last-/Versorgungskonzept; Wartungsplanung; EMV Management

Technik / Medizintechnik

B

700

Organisations-GBU: Elektrosicherheitsorganisation (VEFK, Delegation, Rollen)

indirekt: Schutzversagen durch Organisationslücken

fehlende/unklare Pflichtenübertragung; Stellvertretungen fehlen; Kontrolle fehlt

schriftliche Delegation; Rollenmodell; Regelkommunikation; Audits

Betreiber / VEFK

A

700

Organisations-GBU: Prüf- und Instandhaltungsmanagement (DGUV/BetrSichV)

Schutzversagen durch unterlassene Prüfungen

fehlende Fristen-/Ressourcenplanung; fehlende Dokumentation

CMMS/Prüfregister; Prüffristen festlegen; Befähigung; Dokumentationslenkung

Betreiber / Technik / VEFK

A

700

Organisations-GBU: Qualifikation/Unterweisung (EFK, EUP, klinisches Personal)

Fehlbedienung elektrischer Betriebsmittel

keine Schulungsmatrix; Unterweisung lückenhaft

Schulungsplan; Wirksamkeitschecks; klare Grenzen „wer darf was“

VEFK / Personal / SiFa

B

700

Organisations-GBU: Fremdfirmenkoordination (Elektro, RLT, MedTech)

erhöhte Stör-/Fehlrisiken, falsches Schalten

fehlende Arbeitsfreigaben; unklare Verantwortungen; unkontrollierte Änderungen

Fremdfirmenprozess (Einweisung, Freigabe, Dokumentübergabe); Rollen (AnlV/ArbV) festlegen

Technik / VEFK

A

700

Organisations-GBU: Änderungs- und Konfigurationsmanagement

technische Risiken durch ungetestete Änderungen

fehlende Freigaben/Tests; Planstand veraltet

Change Board; Abnahme nach Änderungen; Versions-/Planpflege

Technik / IT / VEFK

A

700

Organisations-GBU: Störungs- und Notfallmanagement (Stromausfall, Teilnetzausfall)

Patientengefährdung durch Ausfallkaskaden

Alarmketten unklar; Übungen fehlen

Notfallpläne; regelmäßige Tests/Übungen; klare Eskalation

Betreiber / Technik / Klinikleitung

A

700

Organisations-GBU: Arbeiten unter Spannung (falls unvermeidbar)

Störlichtbogen, Stromschlag, Verbrennungen

fehlende Entscheidung/Arbeitsanweisung; Ausbildungs-/Kontrolllücken

AuS nur nach Entscheidung/GBU; Arbeitsanweisung; PSA/Tools; jährliche Kompetenzchecks

Betreiber / VEFK

A

700

Organisations-GBU: Dokumentenlenkung (Pläne, Prüfprotokolle, Gerätebücher)

indirekt: Fehlentscheidungen/Fehlarbeiten

Dokumente unvollständig/nicht auffindbar; Prüfprotokolle nicht belastbar

zentrales DMS; eindeutige „Single Source of Truth“; Aufbewahrung/Versionierung

QMB / Technik

B

Normative Verankerung der zentralen Bausteine:

  • Die obigen GBU‑Bausteine stützen sich in ihrer Logik (Gefährdungsbeurteilung, Dokumentation, Wirksamkeitskontrolle) auf ArbSchG und BetrSichV.

  • Die elektrischen Prüf- und Fristenbausteine stützen sich auf die DGUV‑Tabellen/Richtwerte und die Forderung nach ordnungsgemäßem Zustand sowie wiederkehrender Prüfung.

  • Die Krankenhaus-Sonderbausteine (medizinisch genutzte Bereiche, stabile Versorgung) leiten sich aus den besonderen Anforderungen medizinischer Bereiche und Sicherheitsstromversorgung ab.

  • Die Betreiberpflichten für Medizinprodukte (u. a. STK‑Fristen) ergeben sich aus der MPBetreibV; die elektrische Prüfung medizinischer Geräte/Systeme wird normativ durch DIN EN 62353 beschrieben.

  • Störlichtbogen- und AuS‑Bausteine werden durch DGUV‑Regelwerke und DGUV‑Informationen konkretisiert.

  • Sicherheitskommunikation/Alarmierung (Rufanlagen, BMA, SAA) sind im Normenumfeld als zu planende/zu betreibende Systeme beschrieben; für Rufanlagen ist die Relevanz für gefährdete Personen ausdrücklich thematisiert.

Pflege- und Aktualisierungsprozess der Gefährdungsbeurteilungen

Die Gefährdungsbeurteilungen sind als lebendes Managementsystem zu betreiben – nicht als einmalige Dokumentation.

Der Mindeststandard umfasst:

  • Ein formales Review‑Prinzip: Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren; TRBS 1111 konkretisiert die Erwartung, dass sich die Bewertung am Stand der Technik orientiert und bei Änderungen fortzuschreiben ist.

  • Eine belastbare Dokumentations- und Nachweisführung: Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen und die Wirksamkeitskontrolle müssen dokumentiert sein.

  • Eine klare Delegations- und Rollenarchitektur: - Schriftliche Übertragung von Aufgaben ist zulässig, setzt aber Zuverlässigkeit/Fachkunde und klare Definition von Verantwortungsbereich/Befugnissen voraus.

  • Für den Betrieb elektrischer Anlagen sind Anlagenbetreiber, Anlagenverantwortlicher und Arbeitsverantwortlicher als Rollenkette zu verstehen; das erleichtert sichere Arbeitsorganisation insbesondere bei Fremdfirmen und im laufenden Klinikbetrieb.

  • Die VEFK‑Funktion ist normativ verankert und soll die Fach- und Aufsichtsverantwortung im elektrotechnischen Betriebsteil sicherstellen; Qualifikationsanforderungen und Klarstellungen sind im DKE‑Kontext dokumentiert.

  • Eine Prüf- und Instandhaltungssteuerung, die Klinikrealitäten berücksichtigt: - Prüffristenrichtwerte sind aus DGUV‑Tabellen ableitbar, müssen jedoch auf Basis der tatsächlichen Beanspruchung und der Risikolage (z. B. medizinische Bereiche) organisatorisch umgesetzt und nachweisbar gemacht werden.

  • Wenn Abschaltungen für Prüfungen nicht möglich sind, braucht es abgestimmte Prüfstrategien und Planungen im laufenden Betrieb (z. B. alternative Nachweise/Überwachungsstrategien und organisatorische Freigaben).

Sachimmanent bewährt sich folgende Steuerungslogik:

  • Ein GBU‑Register (Datenbank/CMMS/DMS) mit Feldern: DIN‑276‑Kostengruppe, Anlagencode, Standort/Versorgungsbereich, Kritikalität (A/B/C), Dokumentenlink (GBU), Prüf-/Wartungspläne, letzte/ nächste Prüfung, offene Maßnahmen. Die Notwendigkeit belastbarer Dokumentation ergibt sich aus der Dokumentationspflicht des Arbeitgebers und den Prüfaufzeichnungspflichten.

  • Für kritische Versorgungen ein eigenes Abschalt-/Testmanagement (inkl. Klinikfreigabe, Ersatzversorgung, Rückfallplan), weil medizinische Normlogik Versorgungskontinuität als Schutzziel mitführt.

  • Ein verbindliches Change‑Management (IT/Automation/Elektro), weil ungeprüfte Parameter- oder Verdrahtungsänderungen typische systemische Ausfallursachen sind; TRBS 1111 betont die Fortschreibung bei Änderungen.

  • Ein evidenzbasiertes Prüffristenmodell: DGUV‑Richtwerte als Mindestorientierung, ergänzt durch Fehlerquote/Erfahrungswerte; DGUV nennt für ortsveränderliche Betriebsmittel explizit eine Fehlerquotenlogik (≤2% als Indikator zur Fristanpassung).

  • Für Arbeiten unter Spannung eine ausdrückliche Managemententscheidung, Arbeitsanweisung und Qualifikations-/PSA‑Konzept (nicht als Routineprozess), wie DGUV‑Regelwerke es fordern.